Zuständigkeit

Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, wer für was zuständig ist. Man sollte immer denjenigen mit einer Tätigkeit beauftragen, der die optimale Kompetenz dafür hat. Klingt ein wenig banal, ist es vielleicht aber gar nicht.

Mein Körper ist ja ein durch und durch strukturiertes System verschiedenster Kompetenzen. Es sind ja nicht die Organe, die diese Struktur vorgeben, die sind nur eine Folge davon. Auch die Zellen sind dafür nicht verantwortlich, mit und durch sie werden sie nur gebildet.

Es ist also etwas anderes, etwas Geistiges, was aber nichts mit meinem Gehirn oder etwas Mystischem zu tun hat. Nur was es ist, wie ich es also definieren könnte, das kann ich nicht sagen, nur dass es das gibt und das alles Weitere davon ausgeht. Wird dieses geistige Feld gestört, zeigt sich das in Form einer Krankheit, wobei die Störung hausgemacht sein oder auch von außen kommen kann.

Was wohl einen Unterschied macht. Störungen von außen sollte ich wohl eher nicht emotional angehen, sondern ganz klar kognitiv, überlegt. Nur sind dafür aufgrund der Spezialisierung ganz andere Bereiche im Gehirn zuständig als etwa für Emotionen.

Spontan spricht ja einiges für die emotionale Lösung. Nur stimmt das auch? Ich habe da so meine Zweifel. Beispiel Corona, ist ja gerade das Thema. Betrachte ich die Maßnahmen der Regierung durch die emotionale Brille, dann könnte ich mich vielleicht aufregen über das, was ich alles nicht mehr darf. Oder wäre es klüger, mich der kognitiven Verarbeitungsstrukturen meines Gehirns zu bedienen? Denn dann käme ich wohl ganz schnell zu dem Schluss, dass ich emotional etwas dazu sagen kann, aber nicht inhaltlich.

Das Dumme ist nur, dass die kognitive Verarbeitung ohne Bewusstsein funktioniert, für Gefühle und Motive ich aber bewusste Aufmerksamkeit brauche. Macht ja auch keinen Sinn, wenn ich Gefühle und Emotionen nicht mitbekomme! Emotionen wollen mir etwas sagen. Nur was sie sagen wollen, dafür sind dann andere neuronale Bereiche zuständig. Emotionen sind so etwas wie die Warnleuchte im Auto. Sie sagen „passt“ oder „passt nicht“, aber sie sagen nicht, was jetzt im Detail passt oder nicht passt.

Die wesentliche Frage ist jedoch, ob ich einer von mir selbst ausgehenden, inneren Störung mit meinen kognitiven oder doch eher mit meinen emotionalen Kompetenzen begegnen sollte. Da scheint es ja nahe zu liegen, eher auf die emotionale Karte zu setzen. Aber stimmt das auch? Ich denke nämlich nicht.

Beispielsweise das von Jon Kabat-Zinn Zinn entwickelte achtsamkeitsbasierte Stressmanagement baut nämlich gerade darauf auf, die Emotionen zu beruhigen, damit andere Bereiche des geistigen Feldes das Konzept des Handelns übernehmen können, hier der Klärung.

Ich sollte also nie meinen Emotionen glauben, andererseits darf ich sie auch nie ignorieren. So verstehe jedenfalls ich das, was die Neurowissenschaftler mittlerweile erkannt haben.