Erkenntnis

Die Erkenntnisse der modernen Physik in mein alltägliches Denken zu integrieren, ist nicht einfach. Wie sagt doch Anton Zeilinger: „Einstein hat gemeint, die Welt kann nicht so verrückt sein (wie es die Quantenphysik darstellt). Heute wissen wir: Sie ist so verrückt!“ Doch das darf nicht dazu führen, sie pauschal als irrelevant abzutun. Also muss ich bereit sein, mein bisheriges Verständnis von der Welt in Frage zu stellen.

Ein Beispiel: Das einzelne Quantenteilchen hat in bestimmten Situationen absolut keinen Plan, es reagiert objektiv (!) zufällig, ohne eine klare Ursache oder Bedingung. Eine ‚Meinung’ entwickelt es erst in der Beziehung zu anderen. Nur habe ich  darauf noch keine stimmige Antwort, was das für mich in meinem Leben bedeutet. Also beschäftige ich mich erst einmal mit einfacheren Fragen, etwa Komplexität und solchen Themen:

Komplexität: Alles was ein oder mehrere spezialisierte Experten lösen können, ist kompliziert. Und alles was nicht einmal Top-Experten garantieren oder vorhersagen können, ist komplex.

Interessiere ich mich für Menschen, also für komplexe Wesen, muss ich wissen, was die auszeichnet:

Nichtlinearität: Kleine Störungen des Systems oder minimale Unterschiede in den Anfangsbedingungen führen oft zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen (Schmetterlingseffekt, Phasenübergänge). Die Wirkzusammenhänge der Systemkomponenten sind im Allgemeinen nichtlinear.

Emergenz: Emergenz bezeichnet die Möglichkeit der Herausbildung von neuen Eigenschaften oder Strukturen eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente.

Wechselwirkung (Interaktion): Die Wechselwirkungen zwischen den Teilen des Systems sind lokal, ihre Auswirkungen in der Regel global.

Selbstregulation: Dadurch können Sie die Fähigkeit zur inneren Harmonisierung entwickeln. Sie sind also in der Lage, aufgrund der Informationen und derer Verarbeitung das innere Gleichgewicht und Balance zu verstärken.

Offenes System: Sie stehen im Kontakt mit ihrer Umgebung und befinden sich fern vom thermodynamischen Gleichgewicht. Das bedeutet, dass sie von einem permanenten Durchfluss von Energie beziehungsweise Materie abhängen.

Pfade: Komplexe Systeme zeigen Pfadabhängigkeit: Ihr zeitliches Verhalten ist nicht nur vom aktuellen Zustand, sondern auch von der Vorgeschichte des Systems abhängig.

Attraktoren: Das System strebt von seinen Anfangsbedingungen bestimmte Zustände oder Zustandsabfolgen an, wobei diese Zustandsabfolgen auch chaotisch sein können.

In komplexen Systemen gibt es, anders als bei komplizierten, keine Wenn-Dann-Bedingungen sondern „nur“ Zusammenhänge und Beziehung.

Am besten verstehe ich solche Gedanken mit der Musik. Etwa Child in Time. Oder auch Toccata und Fuge in D minor.