Wovon soll man ausgehen?

Vor allem dann, wenn man letztlich einen spirituellen Weg sucht, einen Weg zu den Tiefen des eigenen Selbst. Für viele Menschen besteht ja ein Widerspruch zwischen einem geistigen, spirituellen Leben und den Anforderungen des beruflichen wie des normalen Alltags mit all seinen gewöhnlichen Verpflichtungen und Notwendigkeiten.

Wie also lässt sich die spirituelle Sehnsucht vieler Menschen mit den Erfordernissen des Alltäglichen in Übereinstimmung bringen? Es hat eine Weile gedauert, bis ich begriffen habe, dass es tatsächlich einen ganz pragmatischen Weg gibt. Aber der Reihe nach.

Angefangen habe ich mit Zen. Zen ist ja auch einer der sogenannten „negativen“ Wege. Der „positive“ Weg führt zum Positiven, geht also von dem Negativen aus. Es sucht daher im Streben nach dem Positiven das Negative letztlich zu überwinden. Es ist der Weg des Glaubens und des Hoffens. 

Der „negative“ Weg hingegen geht von dem Positiven aus, sieht dies jedoch verschüttet. Indem es das „Falsche“ zu erkennen sucht, legt es das Positive frei. Es ist der Weg des Wissens und der Untersuchung. Dieser Weg, die via negativa – führt durch die Verneinung, durch das Nein. Lao-tse, Buddha, Nagarjuna, – die sind diesem Weg gefolgt. Es ist auch der Weg, dem das Denken Krishnamurtis folgt. 

Es ist definitiv kein Weg des Glaubens, sondern des Untersuchens und auch des Wissens. Ein fundamentaler und grundlegender Unterschied. Wenn man, wie ich, dem Weg des Wissens und des Untersuchens folgt, dann ist man auch bereit, sich mit den aktuellen Ergebnissen der modernen Wissenschaften, von der Wissenssoziologie über die Neurologie und anderer Fächer bis hin zur Philosophie der Quantenphysik auseinander zu setzen.

Wenn man vom Zen kommend oder ausgehend und über die Philosophia perennis der Philosophie der Quantenphysik begegnet und sich wirklich auf sie einlässt, dann geht einem irgendwann regelrecht ein Kronleuchter auf. Mit einem Mal sieht man erstaunliche Parallelen zwischen Zen beziehungsweise der Philosophia perennis und der Philosophie der Quantenphysik. 

Und das geht so weit, bis man keinen gravierenden Unterschied mehr zwischen den beiden Philosophien sieht. Das eröffnet einem eine ganz neue Herangehensweise. Man kommt sehr schnell zu grundsätzlichen Erkenntnissen, indem man ausgehend von den Eckpunkte der modernen Physik diese konsequent weiter denkt und sie dabei auf das eigene Leben bezieht.