Weiter gedacht

»Materie ist Geist, der als Materie erscheint – Geist ist Materie, die als Geist erscheint.«

Ein Gedanke, der nicht etwa von so einem mystisch dreinschauenden Guru stammt, sondern von Werner Heisenberg, seines Zeichens Physiker. Wir sind, was wir dachten. Wir werden, was wir denken. Und wenn ich wissen will, was ich so gedacht habe, dann brauche ich mich nur in meinem Zimmer umschauen. Oder auf meinem PC. Oder in der Küche. Oder im Keller. Also überall, wo mein Handeln und damit mein Denken drin steckt. Innen und Außen sind eben Eins.

Was die Quantenphysiker seit Jahren sagen (siehe oben), ist eigentlich schon lange kein Geheimnis mehr, doch es hat eine so ungeheure Tragweite für uns, dass viele es doch lieber ignorieren, ganz nach dem Motto „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Aber es ist bescheuert, das weiter zu leugnen. Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass es dabei um unsere eigene Freiheit geht! Und es bedeutet auch den Ausstieg aus der freiwilligen Knechtschaft und der selbstverschuldeten Unmündigkeit!

Man darf das aber nicht absolut sehen, sondern muss es eben relativ auf die eigene Existenz beziehen. Tut man das nicht, wird es nichts mit der Erkenntnis. Mittlerweile gehen die Physiker einen kleinen Schritt weiter als Heisenberg und sagen, dass es keine Materie gibt, nur Geist. Und das birgt enorme Möglichkeiten in sich. 

Doch dazu muss man genau dies auch leben. Wirklich leben. Denn wenn ich dauerhaft anders lebe, werde ich auch anders denken. Dass nämlich mein „Innen“ und mein „Außen“ von einander getrennte Zustände wären, das halte ich für ein Gerücht. Zwar hartnäckig, aber eben ein Gerücht. Das Schöne dabei ist, dass das Eine das Andere bedingt. Egal in welcher Reihenfolge.

An mein Denken komme ich ja nicht ran, das werkelt im Stillen in meinem Kopf oder wo auch immer so vor sich hin. Und dass ich irgend etwas willentlich tue, den Glauben habe ich schon lange aufgegeben. Und bewusst wird mir etwas allenfalls hinterher. Aber ich kann mich dazu entschließen, mein Handeln einem spezifischen Konzept zu unterstellen. Zum Beispiel Kaffee ohne Zucker zu trinken. Und seit ich das lange genug gemacht habe, mag ich keinen Kaffee mit Zucker mehr. Mein Denken hat nachgezogen.

Und genau das kann ich mir zu nutze machen. Stimmige Konzepte gibt es jede Menge. Also suche ich mir eines, verifiziere es und wende es an. Und damit ich nicht aus Versehen einer nicht stimmigen Idee auf den Leim gehe, schalte ich in regelmäßigen Abständen den Verifizier-Modus ein.