Offenheit

Wir alle leben mehr oder weniger in der Konvention. Die Frage ist also, wie offen und damit wie aufrichtig ein konventionelles Gespräch sein kann, ein Gespräch, in dem auf die gegenseitigen Befindlichkeiten genommen wird, um den anderen nicht zu verletzen, selbst dann nicht, wenn er mit seiner Haltung sich selbst und möglicherweise auch anderen schadet.

Die andere Frage ist, wie man damit umgehen soll, dass man von dem anderen immer nur die Oberfläche kennt und sich darüberhinaus auch nur einbilden kann, man kenne sich selbst. Im Grunde kennt man keinen wirklich. Aber wie soll man dann Dinge miteinander klären? Wie kommt man zu einem Dialog?

Man muss akzeptieren, dass es in der Konvention keinen wirklichen, offenen Dialog gibt. Damit fängt es an. Und die Konvention gibt es solange, wie es ein „Ich“ gibt, das ich zu schützen suche. Doch dieses „Ich“ löst sich nicht auf, solange man die Struktur nicht erkannt hat, nach der die eigene Existenz organisiert ist.

Wie aber macht man sich die eigene Struktur bewusst? Ganz einfach, indem man sie reflektiert und die stimmigen „zum weiteren Gebrauch“ protokolliert, die unstimmigen sein lässt und sich entschlossen daran hält.

Kostet Selbstüberwindung, das ist klar, aber es lohnt sich.