Innen wie außen

Und oben wie unten.

Der Mensch ist ein Gesamtkunstwerk. Er hat nicht nur einen Beruf, verhält sich nicht nur Anderen gegenüber so oder anders, hat seine Wohnung ordentlich oder nicht und so weiter und so fort. Denn er ist eben ein Gesamtkunstwerk und man muss immer das Ganze sehen, will man ihn wirklich sehen.

Wenn ich beispielsweise meinen früheren Beruf (Anwalt) nenne, macht es immer so ein Klack-Geräusch, wenn die Schublade wieder zu ist, in die ich gepackt wurde. Andere kennen mich nur als Mopedfahrer, da macht es dann auch wieder „Klack“ und eine andere Schublade geht auf und wieder zu. Und wer Beruf und Hobby nacheinander kennen lernt, der muss anfangen, Schubladen umzuräumen, bis er die passende gefunden hat.

Das Problem, das damit einhergeht, ist die Fragmentierung. Wir zerschlagen das Ganze regelrecht, indem wir nur einige wenige Aspekte betrachten, meist nur das, was uns eher an- als abtörnt. Das wirklich Blöde dabei aber ist aber etwas anderes. So, wie wir uns selbst betrachten, betrachten wir auch die Welt. Da machen wir keinen Unterschied. Was letztlich bedeutet, dass wir auch uns selbst fragmentiert wahrnehmen. 

Es gibt Aspekte von uns selbst, die wir ausblenden, die wir nicht sehen wollen. Doch das bedeutet nun nicht, dass das, was wir bei uns selbst ausblenden, wir auch bei anderen nicht bei wahrnehmen. Meist ist das Gegenteil der Fall, wir nehmen gerade das bei den anderen wahr! Dafür blenden wir dann gerne das Positive aus.

Wir sind letztlich blind für das, was ist, weil nur das Ganze real ist und nicht nur der einzelne Aspekt, den wir gerne sehen wollen. Wollen, nicht können. Noch schräger wird es, wenn wir in der Konvention unterwegs sind. Wir betrachten die Welt durch eine mentale Brille, durch die nur ganz wenige, meist emotionale, Frequenzen überhaupt durchkommen. Und wie wir uns selbst sehen wollen, das hängt davon ab, wie wir sein wollen, aber nicht, wie wir sind. 

Wie aber bekommen wir ein stimmiges Bild von uns selbst? Sehr, sehr schwierig, eigentlich gar nicht. Also suche ich mir eine gute Landkarte, um zu klären, wie ich auf schnellstem Weg dorthin komme, wo ich hin will. Damit wir innen und außen, oben und unten gleichermaßen sehen und wir in unserer Wahrnehmung nicht in ein fragmentiertes Gesamtkunstwerk zerfallen. 

Sonst wird es nie eine Lebenskunst, sondern bleibt ein Schein, eine Farce, eine Selbstlüge. Der Dreh- und Angelpunkt ist also die Konvention. Der Weg aber heißt anders zu denken und zu handeln. Eben innen wie außen.