Selbstverständnis

Aufgrund meiner eigenen Erfahrung bin ich der Überzeugung, dass ich nichts an mir selbst, an meinem Verhalten und an meiner Art, wie ich bin, ändern wollen kann.

Wobei die Betonung auf „wollen“ liegt, denn ändern kann ich mich fraglos. Nur wie mache ich das, wenn ich es nicht wollen kann? Anders kann nur mein konkretes Handeln sein, und das folgt unmittelbar dem, was mir bewusst ist.

Also kein Wollen. Es geht, das ist meine Meinung, allein um Bewusstheit und um nichts anderes. Ich muss auch nichts werden wollen, es genügt vollkommen zu sein, was ich bin. Wenn mir bewusst wird, dass ich gerade Blödsinn machen, höre ich damit auf. Mehr braucht es definitiv nicht.

Doch das setzt ein stimmiges Verständnis zu mir selbst voraus: Ich bin keine Welle im Ozean, sondern der Ozean in einer Welle. Aber dass muss ich erst einmal verstehen und begreifen. Was leider nicht so einfach ist.

Sein, was ich bin, ist eine vertrackte Anweisung an mich selbst. Zum einen kann ich nichts sein, was oder wie ich eben nicht bin, doch das bedeutet wahrlich nicht zwangsläufig, dass ich im Einklang mit dem Kosmos wäre. Und wenn ich nicht im Einklang mit dem Kosmos bin, kann ich auch nicht im Einklang mit mir selbst sein.

Also kann ich mit dem, wie ich bin, auch gewaltig daneben liegen.