Wahrheit

Die Suche nach der Wahrheit beginnt damit, dass man erkennt, dass nichts weder „richtig“ noch „falsch“ ist. Auch das, was man selbst als falsch ansieht, hat einen Grund, den es zu ergründen gilt. Nur so kann man das versöhnende Prinzip finden, die Wahrheit. Und manchmal erkennt man, dass zwei sich scheinbar widersprechende Wahrheiten gleichermaßen gültig sind.

Wenn ich nach Erkenntnis über den Sinn des Lebens, das Wesen der Welt und die Stellung des Menschen in der Welt strebe, wenn ich den Weg der Philosophie geht, wenn es mir um ein grundlegendes Verständnis von Zusammenhängen in Natur, Leben und Gesellschaft geht sowie um die Fähigkeit, bei Problemen und Herausforderungen die jeweils schlüssigste und sinnvollste Handlungsweise zu identifizieren, will ich also wahrhaftig sein, was ja das Streben nach Wahrheit voraussetzt, dann kann ich mich nicht auf die eine oder die andere Seite stellen, ohne die andere verstehen zu suchen, denn dann würde ich ausgrenzen, was nicht auszugrenzen ist.

Nichts und niemand kann hinweggedacht werden, alles hat seine Berechtigung, alles hat seine (Folge-) Richtigkeit. Doch das heißt leider nicht zwingend, dass es sich auch kreativ und positiv in unsere gesellschaftlichen und privaten Beziehungen einfügt.