Vertrauen

Vertrauen kann ich nicht einmal mir selbst. Wozu auch?

Der Begriff „zu vertrauen“ sagt schon einiges. Die Vorsilbe „ver“ verweist auf etwas Vergangenes. Es geht letztlich um die Projektion von etwas Vergangenem in die Zukunft. Man vertraut jemandem, weil man die Erfahrung gemacht hat, dass man sich auf ihn verlassen kann. Oder man glaubt es eben, warum auch immer. Fiktion und Wirklichkeit vermischen sich in der Erinnerung ja schon einmal.

So in etwa funktioniert das. Es ist letztlich nichts anderes als die Projektion einer Erwartungshaltung in die Zukunft. Weil ich dem oder der … und so weiter und so fort. Wesentlich effektiver ist es, den anderen beim Wort zu nehmen und einfach sehen, was ist. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit toppt Vertrauen fraglos. Zu vertrauen heißt eben, zu hoffen, dass der andere tut, was man gerne von ihm hätte, aber man weiß nicht, ob er es auch tun wird.

Und der einzige Mensch, bei dem ich einigermaßen sicher vor Überraschungen bin, das bin ich selbst. Und bei niemand sonst. Aber deswegen übe ich mich nicht in Selbstvertrauen, sondern schaue – wie bei anderen – ganz genau, was ich tue.

Und genau deswegen habe ich beschlossen mich und jeden anderen beim Wort zu nehmen.