Tu es, aber tu es nicht!

Was ein wenig wie die Quadratur des Kreises klingt, ist es auch. Was man endlich begriffen hat, kann man nur dann anwenden, wenn man es auch wieder vergessen hat. Da hilft alles „Ich hab’s kapiert!“ nichts. Nur wenn man das Wissen ist, wenn man es zu immanentem Wissen hat werden lassen, dann kann man es auch anwende, aber in dem Augenblick ist es auch schon wieder verschwunden, man denkt nicht mehr darüber nach. Und oft fällt es einem oft sehr schwer einem anderen zu erklären, was man da gerade und vor allem warum man es getan hat. 

Sobald man aber darüber nachdenkt, was man da eigentlich tut, geht es einem so wie dem Tausendfüßler, den eine Ameise bewundern fragte, wie er sich denn so elegant fortbewegen könne. Aber kaum dachte er darüber nach, kam er sofort ins Stolpern. Lao-Tse hat es so ausgedrückt:

Tue, ohne zu tun.
Schaffe, ohne Geschäftigkeit.
Schmecke, was ohne Geschmack.
Erkenne das Große im Kleinen
und das Viele im Wenigen.

Das ist wahre Lebenskunst!