Sich einlassen

Die Kunst, sich selbst aufzugeben.

Mich auf einen anderen einzulassen, wirklich einzulassen, hat in erster Linie etwas mit mir selbst zu tun, nämlich damit, meine eigenen Grenzen aufzugeben, meine eigene Maske abzulegen und den, wenn man so will, den Geist des anderen in mir selbst sein zu lassen, zu erfahren, wirklich zu erfahren, wie er denkt und was er fühlt, ohne dass dabei ein eigener Gedanke, ein eigener Impuls wäre.

Zu allererst heißt sich einzulassen nicht einzugreifen und etwas tun zu wollen, sondern man nimmt nur wahr, was ist, man nimmt nur den Anderen wahr, was ja nichts anderes ist, als einen Aspekt der Welt wahrzunehmen. Doch das bedeutet absolut keinen Kommentar, keine eigene Meinung, einfach nur gegenwärtig sein, was ist.

Das bedeutet vielleicht die Angst zu überwinden mit etwas in Kontakt zu kommen, was man von sich weghält, wovor man sich schützen will, was man nicht wahrhaben will. Doch es bedeutet nur, dass man es nicht kennt. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Sich einzulassen heißt nichts anderes, als sich selbst zu begegnen.

Und, Hand aufs Herz: Was ist das anderes als Chan (Zen) zu praktizieren?