Ich bin, wie ich bin

Und kein bisschen anders. Wir denken ja oft einmal, dass es nichts ausmacht, wie wir uns gerade verhalten und das meist dann, wenn es keiner sieht. Ich weiß das gut. Wenn meine Frau nicht da war, sah die Küche immer aus, als wäre eine Horde Wandalen zu Gast bei mir gewesen. 

Gerade habe ich damit begonnen, ein Regal aufzubauen und mich dabei selbst beobachtet. Eines habe ich dabei festgestellt: So wie ich das Regal montiere, genau so bin ich. Aber nicht nur beim Regale aufbauen! Ich bin wirklich genau so. 

Das kann ich nicht an- oder abstellen, denn auf mein neuronales Netzwerk habe ich keinen kontrollierenden Einfluss. Entweder ich bin ordentlich oder nicht. Es gibt kein „mal so, mal anders“. Ich kann den anderen nur etwas vorspielen. Und mir leider auch.

Was mir unmittelbar zu einem ganz anderen Verständnis von Wabi-Sabi verholfen hat. Denn dabei geht es überhaupt nicht darum, wie ich meine Wohnung dekorieren kann, sondern wie ich mich dazu bringe zu sein, wie ich sein will.

Eines fehlt in der Aufzählung zu Dürers Kunstverständnis, obwohl ich der Überzeugung bin, dass Dürer auch so war:

Konsequent in allem. Wenn genau, dann immer genau. Keine Ausnahmen, wirklich keine.