Die Welt und ich

Es geht nicht um die Welt, es geht um mich selbst und jeden Einzelnen. Das Recht ist nicht käuflich, sondern es sind Menschen, die käuflich sind. Und es sind auch nicht Firmen, die andere ausbeuten, es sind Menschen, die das tun. Doch warum funktioniert das noch immer? Die Geschichte lehrt uns, wie leicht jeder Einzelne von uns verführbar ist, und wie schwer es oft ist, sich dem Sog der Macht zu entziehen, wie schnell wir zur Freiwilligen Knechtschaft bereit sind, wie Étienne de La Boétie sie beschreibt.

Wir suchen uns Feinde im Außen, damit wir uns nicht eingestehen müssen, dass wir selbst es sind, die sich ändern müssten, anders denken müssten. Oder wir leben vor uns hin und blenden alles aus, was wir nicht wahrhaben wollen. Wir sind wie die Blinden, die H. G. Wells in seinem Buch „Im Land der Blinden“ beschreibt. Lieber nehmen wir dem Einzigen, der sehen kann, sein Augenlicht, damit er „normal“ wird, eben wie alle anderen auch. 

Solange wir die Verantwortlichen nicht korrekt beim Namen nennen, solange werden wir auch nicht erkennen, wie sehr wir selbst uns in dem System verstrickt haben. Das Einzige, das wir wirklich brauchen, ist keine Methode, kein Konzept, sondern absolute Klarheit über das, was ist und vor allem, wie wir sind. Warum wurde Hannah Arendt derart für ihre Überlegungen angegriffen? Weil sie klar sah, wie leicht wir Menschen verführbar sind. Es ist eben nicht so, dass einige wenige böse sind, andere manipulieren, beherrschen und Macht über sie ausüben, sondern die Menschen sind verführbar und leicht zu korrumpieren.

Sich die eigene Verführbarkeit einzugestehen, das ist die wirkliche Herausforderung. Damit beginnt es. Es ist unsere Verführbarkeit, die uns anfällig macht für irgendwelche Methoden oder Konzepte. Wenn wir das verstehen, dann erst können wir uns ernsthaft fragen, ob das Weltbild, das wir haben, überhaupt der Wirklichkeit entspricht.

In Filmen wie Krieg der Sterne, Der letzte Samurai, Schöne neue Welt, 1984, Fahrenheit 451 oder Matrix bekommen wir einen Spiegel vorgehalten. Doch welche Konsequenz ziehen wir daraus? Sehen wir überhaupt uns selbst so, wie wir wirklich sind? Ich brauche mir keine Gedanken über die Welt machen, wenn ich mir keine ernsthaften Gedanken über mich und mein eigenes Verhalten mache. Und wie gesagt, das heißt mir über mein Weltbild absolut im Klaren zu sein. Wenn ich das nicht tue, ändere ich mich nicht und es bleibt, wie es ist. 

Was das für die Welt bedeutet sollte uns endlich klar sein. Wann begreifen wir endlich, dass der Film Fahrenheit 451 und seine modernen Varianten Fahrenheit 9/11 und Fahrenheit 11/9 unsere Wirklichkeit sind. Doch Wirklichkeit ist nichts Statisches, es liegt an uns, ob wir weiter denken wie bisher oder doch den Mut haben, auf die Reset-Taste zu drücken um uns ganz neu organisieren, angefangen damit, dass wir neu denken.

Einfach alles noch einmal von vorne, uns stimmig definieren, um wie ein Phönix neu geboren werden zu können.