Wissen ist nicht gleich Wissen

Wie unterscheiden sich explizites und implizites Wissen voneinander? Mein Motorrad genau zu untersuchen und den Kammschen Kreis zu studieren  das alles zu wissen und auch noch verstanden zu haben ist das eine, Motorradfahren zu erleben und zu empfinden ist das andere. Das eine ist explizites Wissen, das andere ist implizites Wissen, nicht miteinander zu vergleichen, auch wenn es um das Selbe geht: Motorradfahren. Explizites Wissen erwerbt man auch durch die Praxis, nur wesentlich unsubstantierter.

Explizites Wissen ist verstandesmäßiges Wissen über das jeweilige Thema, das andere ist es zu erleben und zu empfinden. Motorradfahren kann ich nur, wenn ich beides anwende. Fahre ich ohne theoretisches Wissen, wird mein Erleben schmerzhaft sein. Erlebe ich es nicht, kann ich nur klug darüber reden, aber ohne Substanz. Explizites Wissen kann ich weitergeben, implizites Wissen, das Erleben, das Empfinden und die Erfahrung, das kann ich nicht weitergeben.

Dessen muss ich mir immer bewusst sein, wenn ich glaube, über einen anderen urteilen zu können. Das kann ich nämlich nicht. Wie sagten doch die Apachen (und nicht nur die)? 

Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen,
ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.

Das sollte ich mir wirklich merken und beherzigen. Etwas explizit zu wissen bedeutet, darüber nachzudenken, implizit etwas zu wissen, auch darüber zu denken, es zu erleben und zu empfinden. Im Nachdenken bin ich in der Fragmentierung, im Denken nicht.

Nicht so einfach, denken und nachdenken nicht zu verwechseln. Wer einen Flow kennt, der weiß, dass Denken keine Gedanken kennt, die kennt nur das Nachdenken.