Wirklichkeit

Was ist Wirklichkeit überhaupt? Nein, das ist kein Wiederkäuen von Wittgensteins Bonmot, der Frage, „wie wirklich die Wirklichkeit ist“, sondern eine Überzeugung, die mich immer wieder beschäftigt.

Einerseits ist es eine Überzeugung, andererseits stoße ich immer wieder an innere Zweifel, einfach, weil ich es mir nicht vorstellen kann. Alles, was mich im Innersten ausmacht, kann ich mir nicht vorstellen, auch wenn es vollkommen logisch ist  oder zu sein scheint.

Möglicherweise ist das auch die Schwierigkeit, die die Quantenmechanik  mit sich bringt: Sie kann zwar im Experiment bewiesen werden, sie ist jedoch nicht vorstellbar. Oder können Sie sich vorstellen, was im Doppelspaltversuch passiert? Also ich kann es nicht. Vielleicht liegt der Grund darin, dass es in der Quantenmechanik wie bei mir selbst um „Inneres“ geht.

Das bringt mich zu einer grundsätzlichen Frage: Was, wenn sich die Welt allein auf einer geistigen Ebene ereignet und das, was ich erlebe nur eine Folge dessen ist; ich mir diese geistige Ebene nur nicht vorstellen kann, was auch bedeutet, dass sie mir nur insoweit bewusst ist, als mir ihre Funktionen beziehungsweise Auswirkungen bewusst und auch selbstverständlich sind.

Was mir nicht selbstverständlich ist, kann mir auch nicht bewusst sein. Das ist die Schwierigkeit, die es zu meistern gilt.

Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist die Feststellung von Niels Bohr und vieler anderer Wissenschaftler, dass ich die Wirklichkeit erschaffe – und nicht nur meine. Was mich interessiert ist, wie ich das bewerkstellige – denn bewusst bin ich mir dessen nicht wirklich, ich kann es nur ansatzweise erkennen – was nicht bedeutet, dass ich es nicht wüsste! Nur ich bin mir dessen eben noch nicht bewusst.

Und denken kann ich das auch, nur eben auch nicht bewusst, sondern im Denken durch NichtDenken, da tue ich das. Permanent. Ich „weiß“ es eben nicht, ich kann mir nur die Rahmenbedingungen bewusst machen.

Ich kann mir die Auswirkungen dieser geistigen Ebene Stück für Stück bewusst machen und das aus dem Weg räumen, was es behindert. Denken durch NichtDenken behindere ich dann nicht, wenn ich dem keine Gedanken, Konzepte, Überlegungen und so weiter in den Weg stelle.

Dazu muss ich mir erst einmal bewusst machen, was auf dieser „geistigen Ebene“ überhaupt passiert. Da ist das Offensichtliche, dass meine Wahrnehmung, also die Interpretation dessen, was ist, mein Verhalten zu 100% bedingt. Aber nicht das, was ich vermeintlich wahrnehme, bedingt meine Handlungen, sondern die mir nicht bewusste Interpretation.

Jedenfalls ist das so lange so, so lange ich mich nicht aus der Konvention und der damit einhergehenden gesellschaftlichen Konditionierung verabschiedet habe. Alles Dinge, die mein Denken durch NichtDenken blockieren. Es ist also offensichtlich, dass ich mein Leben ganz wesentlich selbst bestimme.

Die Frage ist jedoch, ob das alles ist. Das ist es zwar nicht, gleichwohl ist das ein wichtiger erster Schritt, mir bewusst zu sein, dass alles, was ich erlebe, sich ausschließlich in mir ereignet. Das ist nicht so leicht zu akzeptieren wenn die Dinge anders sind, als ich sie gerne hätte.

Aber die Akzeptanz dessen, was ist, gehört dazu. Ist jedoch für mein Empfinden etwas anderes als Demut. Nur wenn ich die Dinge akzeptiere, wie sie sind, kann ich etwas tun – und sie vielleicht oder sie sogar wahrscheinlich letztlich ändern. Es geht nicht nur darum, wie ich etwas erlebe, sondern auch, wie ich darauf reagiere. Damit gestalte ich definitiv Wirklichkeit – und nicht nur meine.

Das bekommen andere Menschen vielleicht wesentlich deutlicher mit, als ich bisher dachte. Ich weiß zwar, dass andere meine Gedanken ganz offensichtlich mitbekommen, ohne dass ich sie aussprechen oder ihnen auf andere Weise mitteilen müsste. Doch ich bin mir dieser Tatsache nicht so bewusst, wie ich es mir vielleicht sein sollte.

Das gelingt mir jedoch nur, wenn ich eine entsprechende Haltung habe. Das ist wie mit allem: Ich kann es nicht wollen, sondern ich muss die entsprechende Haltung haben. Am deutlichsten merke ich das bei mir selbst, auf der körperlichen Ebene.

Ich bin mir bewusst, dass körperliche Beschwerden sehr oft, jedenfalls die allermeisten auf der geistigen Ebene ihren Anfang nehmen und letztlich dort „passieren“. Etwa die Allergien oder die Migräne, die ich früher hatte. Dadurch, dass sich mein Leben geändert hatte, hat sich auch etwas auf der geistigen Ebene geändert. Die Folge ist, ich habe diese Allergien und auch die Migräne nicht mehr.

Ich habe Krankheiten, die ganz klar ihren Ursprung auf der geistigen Ebene haben. Doch das alleine zu wissen, ändert die Wirklichkeit insoweit nicht. Es gilt, die Blockade zu erkennen. Und die kann mit dem aktuellen Thema überhaupt nichts zu tun haben, sondern nur indirekt. Wirklichkeit erscheint mir oft so eindeutig. Doch sie ist alles andere als eindeutig.

Was also tun? Dazu schreibe ich in einem weiteren Post.