Wie wollen wir leben?

Also als Menschheit. Für die paar Jährchen, die ich als Individuum noch habe, stellt sich diese Frage nicht mehr so wirklich. Obwohl, wer weiß? Als Menschheit jedoch sollten wir uns dieser Frage schon einmal stellen. Oder müssten wir es nicht sogar?

Es ist möglicherweise oder – wahrscheinlich?- nicht die Frage, ob wir in der Welt leben werden, wie Aldous Huxley sie sich vorgestellt hat oder eher in einer Welt, wie George Orwell sie sich ausmalte. Wenn Sie mich fragen, ich finde keine dieser Welten sonderlich erstrebenswert. Und auch ‚Fahrenheit 451‘ ist nicht wirklich der Renner.

Wobei es natürlich schon die Frage ist, ob eine dieser Welten nicht eine gute Alternative angesichts der Tatsache wäre, was wir Menschen gerade auf dieser Welt machen. Die Frage ist doch nicht mehr, ob wir überleben, sondern nur noch, wer überlebt! Der Stärkere gewinnt, ganz klar!

Kommen Sie mir jetzt nicht mit solchen Überlegungen, dass die Welt sowieso nicht ewig existieren wird und das Leben auf der Erde irgendwann einmal zu Ende sein wird. Es geht darum, ob wir die Zeit, die wir noch haben – und das ist ein ordentliches Stück! – in Frieden und so gut wie möglich leben oder ob wir lieber im Chaos versinken.

Es ist ein bisschen wie im eigenen Leben. Man stirbt, wie man gelebt hat. Entweder, es ist ein leichter Über- und Abgang oder von Leid und Schmerzen geprägt.

Also ich bin der Ansicht, dass es an der Zeit wäre, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Aber gemeinsam! Es ist schon schwierig genug, im kleinsten Kreis wirklich gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wenn es mal Schwierigkeiten gibt.

Wo ich auch hinschaue steht Meinung gegen Meinung. Es kommt ja nicht darauf an, einer Meinung zu sein, sondern gemeinsam nach einer Lösung zu suchen und die dann auch zu finden. Und das ohne jegliche Machtspielchen, auch nicht demokratisch, so nach dem Prinzip die Mehrheit sticht, sondern anarchistisch.

Das wäre doch immerhin in den Familien ein Anfang. Keine Herrschaft von Menschen über Menschen und keine Art von Hierarchie als Form der Unter­drückung von Freiheit.

Das sind so die Gedanken, die mir in dem gerade wieder beginnenden Weihnachtstaumel so durch den Kopf ziehen.