Weltbilder

Wieder einmal mein Lieblingsthema. In unserer Vorstellung von der Welt, die ja unser ganzes Denken durchdringt und bedingt, gehen wir von einer Ordnung aus, die die Welt als zusammengesetzt aus Entitäten versteht, die in dem Sinne voneinander getrennt sind, als sie unabhängig voneinander in verschiedenen Bereichen von Raum und Zeit existieren und durch Kräfte miteinander interagieren, die ihr eigentliches Wesen nicht verändern. Das aber ist „nur“ die Beschreibung einer Maschine.

Ein lebendiger Organismus existiert jedoch in einem ganz anderen Zusammenhang, er ist nicht unabhängig, er interagiert auch nicht nur mit den anderen Teilen der Natur, ohne dabei selbst wesentlich beeinflusst zu werden.

Bisher gingen wir gleichwohl davon aus, dass die Welt aus einer Menge getrennt voneinander existierender sogenannter Elementarteilchen besteht, die für sich unteilbar und beständig sind. Und viele tun das heute noch, obwohl wir es „eigentlich“ besser wissen müssten.

Bereits die Relativitätstheorie Albert Einsteins hat klar unter Beweis gestellt, dass diese mechanisierte Ordnung in Frage gestellt werden muss. Oder, korrekt ausgedrückt, ganz einfach unzutreffend ist. Einstein schlug vor, stattdessen die Realität als aus Feldern bestehend anzusehen, die eben Gesetzen gehorchen, die mit der Relativitätstheorie vereinbar sind. Der wesentliche Grundgedanke war, dass diese Feldgleichungen nichtlinear sind. Es gelang ihm jedoch nicht, eine allgemein kohärente und zufriedenstellende Formulierung seiner einheitlichen Feldtheorie zustande zu bringen.

Doch das war es noch nicht, die Quantentheorie stellt eine viel ernstere Herausforderung an diese mechanistische Ordnung dar, die weit über die der Relativitätstheorie hinausgeht. Die Schwierigkeit ist nur, dass die Gesetze der Quantenmechanik statistisch sind und einzelne zukünftige Ereignisse nicht eindeutig und genau festgelegt werden können. Nur eine wirkliche Lösung, die von allen Physikern akzeptiert wird, ist bis jetzt noch niemandem eingefallen.

An dieser Stelle muss man sich fragen, was man jetzt tun will. Macht man es wie viele Physiker und sagt sich „Klappe halten und weiter rechnen“ – denn rechnen kann man das perfekt, man bekommt es nur nicht philosophisch zu fassen, oder sucht man wie etwa David Bohm nach einer Antwort, etwa einer impliziten Ordnung?

Ich versuche das pragmatisch anzugehen. Wenn ich weiß, dass der Apfel von oben nach unten fällt, muss ich nicht wissen, weshalb er fällt. Ich denke mir auch keine Gottheiten aus, die das bewerkstelligen. Es ist einfach so. Nur darf mich mein Pragmatismus nicht dazu verleiten an Dinge zu glauben, die nachweislich nicht stimmen. Etwa, dass die Gravitationskraft den Apfel fallen lässt. Bin ich mir nicht sicher, glaube ich idealerweise erst einmal nichts, sondern schaue ganz genau hin, jedoch ohne zu beurteilen und zu bewerten.