Weg von oder hin zu?

Weder noch, sondern eine saubere Analyse. Es gibt zwei Bereiche, die es zu analysieren gilt. Zum einen, wie ich mich verhalte. Ist das, was ich denke (und damit auch, was ich tue) überhaupt stimmig? Welchen Prinzipien und welcher Ideologie folge ich dabei? Von welchem Verständnis der Welt gehe ich aus?

Nur wenn ich mir dessen überhaupt bewusst bin, kann ich die Entscheidung treffen, wie ich sein will. Eine Entscheidung, die mir niemand abnehmen kann, es sei denn, ich will mich in den Mainstream einfügen. Früher dachte ich immer, ich würde das nicht tun und tat es doch. Daher muss ich da sehr auf der Hut sein.

Dann kann ich mich entscheiden, welchen Weg ich gehen will. Der „positive“ Weg führt zum Positiven, geht also von dem Negativen aus. Es sucht im Streben nach dem Positiven das Negative zu überwinden. Es ist der Weg des Glaubens und des Hoffens. 

Der „negative“ Weg geht von dem Positiven aus, sieht dies jedoch verschüttet. Indem es das „Falsche“ zu erkennen sucht, legt es das Positive frei. Es ist der Weg des Wissens und der Untersuchung. Ich kann mich daher auf zwei Wegen der Wahrheit nähern. 

Der erste Weg ist die via affirmativa, der positive Weg, der Weg des Jasagers, der Weg dessen, der sich hingibt. Jesus, Mohammed, Krishna – die sind dem Weg der Affirmation gefolgt. In neuerer Zeit sind Georges I. Gurdjieff und Ramakrishna der via affirmativa, dem Weg der Affirmation gefolgt.

Der andere Weg ist die via negativa – er führt durch die Verneinung, durch das Nein. Lao-tse, Buddha, Nagarjuna, – die sind dem Weg der Verneinung gefolgt. In moderner Zeit folgten Ramana Maharshi und Jiddu Krishnamurti dem Weg des Nein.

Diese beiden Wege müssen so klar wie möglich verstanden werden, da viel davon abhängt. Sie führen zwar zum gleichen Ziel, gehen aber in verschiedene Richtungen. Der eine Weg nähert sich in meinem Verständnis in langen Schleifen dem Ziel, der andere führt direkt dorthin.

Lässt man sich auf die Betrachtung dieser beiden Wege einmal wirklich ein, merkt man den Unterschied. Voraussetzung sind Objektivität und Unvoreingenommenheit.