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Was mich (wahrscheinlich) ausmacht

Allein die Gene machen mich nicht aus. Und auch die Umwelt definiert nicht, wie ich bin, sondern letztlich, wie ich auf die Welt um mich herum reagiere. Mein Genom ist ein dickes Buch, doch was darin zu lesen ist und zukünftig sein wird, das ist meine Interpretation.

Es kommt also ganz wesentlich darauf an, wie ich die Ereignisse und Dinge verstehe und interpretiere, die mir in meinem Leben begegnen.

Epigenetik ist der Schlüssel dafür, wie ich mich und damit wie sich mein Leben entwickelt. Doch diesen Schlüssel bediene ich selbst, ich selbst stelle Gene auf ‚An‘ oder auf ‚Aus‘.

Nur ist mir das absolut nicht bewusst, was da ‚in mir‘ passiert und weshalb ich den Schlüssel auf ‚An’ oder auf ‚Aus‘ stelle. Was mir bewusst sein kann, das ist, wie ich lebe. Dadurch gestalte ich auch meine innere Haltung.

Nicht so einfach, aber es geht. Wie also gestalte ich meine Lebensumstände? Das ist die entscheidende Frage. Dabei muss ich mir bewusst sein, dass ich das nicht wollen kann, ich muss es tatsächlich leben!

Die entscheidende Frage aber ist, wonach ich meine Haltung ausrichte, also letztlich mich selbst. Dahinter steckt möglicherweise eine erkenntnistheoretische Frage, die Frage nach dem ontologischen Relativismus. Einfach ausgedrückt: Gibt es eine von mir unabhängige, also objektive Realität?

Das glaube ich in letzter Konsequenz nicht (mehr). Ich kann durch die Menschen um mich herum wie durch mich selbst unmittelbar wahrnehmen, wie unser Erleben, also unsere Art, ‚die Welt‘ zu sehen und zu erkennen, die Welt gestaltet und formt. Und auch die Quantenphysik sagt für mein Verständnis das Selbe.

‚Die Welt‘ ist demnach das, was alle Wesen daraus machen. Wobei man darüber diskutieren müsste, was ‚Wesen‘ sind. Ich denke, dass da die Ansichten sehr auseinander gehen. Auch Schrödinger hat sich ja mit der Frage beschäftigt, ob Elektronen denken können. Übrigens der Schrödinger, der auch der Überzeugung war, dass es nur ein Bewusstsein gibt, verteilt auf alle Wesen.

Das zugrunde legend gehe ich davon aus, dass es für die Welt evident ist, wie ich mein Leben gestalte. Dafür habe ich zwei Möglichkeiten, entweder ich folge der Meinung eines anderen oder ich denke selbst darüber nach.

Es liegt natürlich auf der Hand, dass ich selbst darüber nachdenken will. Was gar nicht so einfach ist, lebe ich doch nicht in einer Klause im Wald für mich alleine. Also muss ich die Einflüsse um mich herum berücksichtigen und sehr, sehr aufmerksam sein, was ich etwa bei Gesprächen als korrekt ansehe und damit übernehme.

Am Einfachsten ist es, wenn ich ganz für mich und dann auch noch in einem richtigen Flow bin. Die Frage ist, ob ich einen entsprechenden Zustand auch realisieren kann, wenn ich nicht alleine bin. Was natürlich bedeutet, ohne Absicht und ohne Urteil zu sein und nichts absichtlich zu wollen, sondern nur den Prinzipien zu folgen.

Prinzipien, die ich nicht von anderen abschreibe, sondern für mich aus den Erkenntnissen der Quantenphysiker ableite, wobei ich mir selbstverständlich die Ansichten anderer anhöre. Wäre ja nicht sonderlich klug, das nicht zu tun.

Das alles führt mich letztlich zu der Feststellung, dass so, wie ich lebe, mich auch ausmacht.

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