Was macht die Welt aus?

Die Welt ist Beziehung. Die Welt besteht weder aus Dingen, noch aus Mathematik und auch nicht aus Worten. Das ist das grundlegende Rätsel, mit dem uns die Quantenmechanik konfrontiert.

Wir sehen nie ein Elektron an zwei Orten. Die Quantenüberlagerung ist nichts, was wir direkt beobachten können. Was wir sehen, sind nur die Folgen der Tatsache, dass ein Teilchen in gewissen Sinne gleichzeitig an verschiedenen Orten ist.

Wir beobachten also, nur dass unsere Theorie funktioniert. Die Theorie selbst können wir nicht in der Realität beobachten. Die Theorie an sich bleibt nur auf unserem Notizblock. Was wir aber sehen Können ist, dass sich zum Beispiel ein Elektron exakt an die Theorie hält. Das ist etwa so, als würde ich sagen ich fahre um 15.00 Uhr von Forchheim nach Erlangen und werde um 15.20 Uhr in Erlangen kommen. Start und Endpunkt sind feststellbar, doch wo ich mich auf dem Weg dorthin aufhalte, das weiß man nicht.

Für Elektronen gilt das definitiv. In einem (alten) Fernsehgerät ist der kleine Punkt auf dem Bildschirm die Manifestation des Elektrons. Die Theorie ermöglich uns vorherzusagen, wo und wann der Punkt erscheinen wird. Das „Problem“ ist nur, dass auf dem Weg von dem Ort der Erzeugung bis zu dem Auftreffpunkt auf dem Bildschirm das Elektron sich in Form einer Welle bewegt, nicht mehr lokalisierbar ist und sich scheinbar auch noch an vielen Orten gleichzeitig befindet.

Diese Welle kollabiert erst dann, wenn das Elektron auf dem Bildschirm sichtbar wird beziehungsweise, wenn es mit dem Bildschirm interagiert. Auf dem Weg dahin, den wir nicht in unserer gewöhnlichen Vorstellung von ‚Wegen‘ verstehen dürfen, ist es irgendwo und niemand weiß, was es da tut. Oder ob es das Elektron überhaupt als Elektron gibt. Wahrscheinlich ist es etwas völlig anderes. Das Thema ist, dass wir die Resultate von etwas beschreiben können, es selbst aber nicht beschreiben können.

Es gibt also eine Diskrepanz zwischen der mathematischen Beschreibung und unseren Beobachtungen. Schrödingers Katze lässt grüßen. In der Theorie gibt es Tatsachen, die nicht sichtbar sind. Das Interessante ist, dass Nagarjuna schon lange vor den Quantenphysikern im Grunde das selbe Thema erkannt, wenn auch alleine durch Beobachtung und Überlegung. Das Schöne bei den Quantenphysikern ist, dass sich ihre Erkenntnisse nicht einfach ignorieren lassen, so, wie man es bei jeder philosophischen Überlegung leicht kann.

Es gibt keine Dinge im Sinne von Essenzen, sondern nur Beziehungen; alles, was wir sehen, sind unsere Beziehungen und nur die sind grundsätzlich wahr. Aber auch nur die!