Was ist richtig? Was ist falsch?

Fragen, die sich nicht objektiv beantworten lassen, sondern nur subjektiv. Leider bedeutet das nicht, dass ich in dem Moment, in dem ich nicht bewusst über etwas nachdenke, sondern ‚spontan‘ oder ‚intuitiv’ reagiere, wie etwa beim Motorradfahren, objektiv richtig handeln würde. Ich handle nur insoweit objektiv richtig, soweit ich implizit und nicht nur explizit über das entsprechende Wissen verfüge. Das Wissen, über das ich verfüge, macht aus, wie nahe ich mit meiner subjektiven Annahme der Wirklichkeit komme.

Mache ich eine Erfahrung, die mein mir zur Verfügung stehendes Wissen übersteigt, dann muss ich das verifizieren. Die Schwierigkeit dabei ist, ob ich erlebe, was ich wiederholt erlebe, weil es tatsächlich so ist oder nur weil ich denke, dass es so wäre. Einstein erkannte, dass nichts durch Schwerkraft angezogen wird, da es nicht verformt wird, also keine Kraft wirkt. Das brachte ihn zur Formulierung seiner Relativitätstheorien. Er schaute einfach ‚tiefer‘ als diejenigen, der sich nicht mit solchen Fragen beschäftigen.

Hier kommt ein neues ‚Element‘ hinzu, nämlich der sogenannte Beobachter, den wir aus dem Doppelspaltexperiment ja kennen. Wo also ist der Bereich, in dem ich durch meine Denken ‚Wirklichkeit‘ gestalte? Darüber nachzudenken ist eine Einladung zum Spekulieren, von vielen gerne wahrgenommen, andererseits ist es eine berechtigte Frage, inwieweit ich ‚meine‘ Realität tatsächlich gestalte. Wie ich Ereignisse beurteile definiert ja mein Verständnis von ‚richtig‘ und ‚falsch‘, was aber nicht bedeutet, dass es ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ sein muss. Andererseits kann es ja ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ sein!

Nur wie kann ich herausfinden, ob ich richtig liege oder nicht? Die, erst einmal, frustrierende Antwort ist, dass ich es mit meinem gewohnten Repertoire an Logik et cetera nicht herausfinden kann. Das entspräche ja die Quadratur des Kreises. Unmöglich. Und doch geht es, aber eben nicht direkt, sondern indirekt. Was viele Menschen nicht lieben, das scheint ihnen wohl nicht effektiv genug zu sein.

Die Antwort steckt in dem Zitat von Jon Kabat-Zinn, dass nämlich wahre Meditation ist, wie ich mein Leben lebe. Je besser ich also im Einklang mit den universellen Prinzipien lebe, desto besser bin ich in der Lage zu sehen, was tatsächlich wirklich ist. Ich darf mich nur nicht in Sicherheit wiegen, das wäre fatal.

Das heißt, ich generiere damit implizites Wissen der universellen Prinzipien und falle daher nicht mehr so leicht auf falsche Annahmen herein, vorausgesetzt natürlich, ich bin achtsam und aufmerksam. Ich brauche also nichts zu tun, außer natürlich, unzutreffende Prinzipien aus meinem Denken herauszubekommen. Unzutreffend sind Prinzipien dann, wenn sie nicht mit der Wirklichkeit in Einklang stehen. Die spannende Frage dabei ist natürlich, was die universellen Prinzipien überhaupt sind.

Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken. Gerade hat der Postbote das neue Heft „Gehirn und Geist“ mit dem Titel „Die Kraft der Selbstheilung“ gebracht. Genau darum geht es, solche Kräfte in uns zu wecken – beziehungsweise nicht weiter zu verhindern.