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Warum nur mache ich manches noch immer so kompliziert?

Womit ich das eigentlich von mir angestrebte Prinzip der Einfachheit ganz klar unterlaufe und die Umsetzung in meinem Leben behindere. Was also stört mich an Einfachheit? Es ist ganz klar, da muss ich nicht erst lange überlegen, Einfachheit zwingt mich, mich absolut klar und eindeutig zu positionieren. Und damit habe ich ganz offensichtlich immer noch ein Problem.

Jetzt habe ich natürlich die Wahl. Entweder, ich bekomme heraus, warum das so ist. Oder ich praktiziere ganz einfach Einfachheit. Und schon habe ich mein Problem zwar nicht gelöst, aber ich gehe es an. Was ich bisher in die Richtung tat waren nur vorsichtige Schritte, eine Annäherung. Es gibt noch einen Bereich, wo Einfachheit immer noch Theorie und keine gelebte Praxis ist. Nämlich in meinem Kopf. Bei meinen Kleidern ist das einfach, da brauche ich nur in meinen Schrank schauen. Auch bei meinem Zimmer ist es kein Thema, da genügt ein Blick.

Das sind also die Bereiche, wo ich den Nutzen von Einfachheit verstanden habe. Es macht das Leben einfach einfacher. Und es ist auch ganz klar, dass Einfachheit mein Denken unmittelbar beeinflusst. Normalerweise suche ich ja Probleme direkt anzugehen, aber hier frage ich mich schon, was mich daran hindern könnte, einfach zu denken. Wobei das eigentlich auf der Hand liegt, denn das Gegenteil von einfach ist kompliziert.

Doch welchen Sinn kann es machen, kompliziert zu denken? Weil ich es gewohnt bin? Wahrscheinlich! Denn die Alternative ist komplex zu denken, was ich ja auch schon vielfach hinbekomme. Aber eines fehlt noch, das wird mir gerade bewusst: Mir fehlt noch ein komplexes Ordnungssystem. Also setze ich mich vor den Berg des Vielen und meditiere darüber. Dann wird sich der Berg auflösen, wenn ich endlich nicht mehr darüber nachdenke.

Gerade habe ich diesen Satz im Internet gefunden: „Kompliziertheit ist ein Maß für die Unwissenheit eines Beobachters.“ Stimmt genau! Zu wissen bedeutet eben nicht viel zu wissen, sondern einfach zu wissen. Und wenn ich mir nicht sicher bin, was ich wirklich wissen kann, dann werde ich kompliziert. Also einfach im doppelten Wortsinn, einfach einfach machen. Aber vielleicht ist das ja nur ein Relikt meines alten Denkens, dass das zwei Dinge sind.

Konfuzius soll ja gesagt haben, dass wer nicht in seinen Worten maßvoll ist, von dem sei kaum zu erwarten, dass derjenige handle, wie er spricht. Wenn ich mich also keiner maßvollen Sprache bediene, und das heißt einer einfachen, dann handle ich nicht so, wie ich angeblich zu handeln beabsichtige? Ist auch schon Konfuzius davon ausgegangen, dass kompliziert und unwissend zusammenhängen? Es scheint so zu sein!

Kürzlich habe ich mich mit dem Thema „Intellektuelle Redlichkeit“ auseinandergesetzt. Was mir auffällt, ist, dass auch hier das Thema Einfachheit eine ganz wesentliche Rolle spielt. Also spricht meine Kompliziertheit meines Ordnungssystems dafür, dass ich die darin verschüttete Komplexität noch nicht von all dem Palast befreit habe, oder bedeutet das, dass ich meine Gedanken noch nicht auf den Punkt gebracht habe?

Das könnte sein, doch bedeutet das nicht, es kompliziert zu machen beziehungsweise zu lassen, sondern mich auf konkrete Punkte zu konzentrieren und anderes wegzulassen. Den nächsten interessanten Text suche ich erst dann, wenn ich die vorherigen gelesen und verarbeitet habe. Erst dann gehe ich weiter. Schritt für Schritt. Ich habe also schlicht mehr Input, als ich verarbeiten kann. Ein klassischer Overload. Das Problem dabei ist nur, dass dadurch die mir mögliche (Denk-) Leistung abnimmt.

Das Prinzip Einfachheit könnte also dazu führen, besser zu werden? Die Logik spricht eindeutig dafür! Also muss ich nur ganz vorne die Eingangspforte anpassen. Kenne ich doch KAIZEN! Die 3 Mu´s der KAIZEN Methode sind Verschwendungen, Überlastungen und Unausgeglichenheiten. Da hätte ich auch schon früher drauf kommen können, mein Gehirn ist ja nichts anderes als eine eine Datenverarbeitungsfabrik.

Mein gesuchtes Ordnungssystem ist also ganz einfach. Statt nach einem Programm oder was auch immer Ausschau zu halten, brauche ich nur den Input dem Output anzupassen. Also nicht mehr reinlassen als das PutPut dazwischen verarbeiten kann. Und ist einmal totaler Stillstand, dann ist eben Stillstand!

Man, ist das einfach! Man muss nur draufkommen!

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