Umgang mit anderen

Wie kann ich mit schwierigen Menschen umgehen? Eine Frage die mich schon immer beschäftigte, deren Lösung ich aber ganz offensichtlich schon sehr lange wusste, nur leider ausschließlich selektiv einsetzte: in meinen Plädoyers vor Gericht. Die begannen oft mit dem Satz „Ich kann es verstehen, doch ich bin nicht einverstanden“.

Ich muss eine Tat aus der persönlichen Entwicklung des Täters heraus verstehen können, um angemessen zu reagieren, doch das bedeutet absolut nicht, einverstanden zu sein oder es gar zu rechtfertigen. Dabei muss ich gar nicht unbedingt wissen, was der- oder diejenige erlebt hat, es genügt zu wissen, dass niemand als Arsch…. geboren wird und auch niemand gerne eines ist.

Diese differenzierte Vorgehensweise hilft mir, mich und auch einen anderen, den ich nicht mag, als die zwei Teile des Ganzen – und nicht nur des Gemeinsamen – zu sehen. Es ist ja nicht nur ein kluger Spruch, dass die Welt das in sich differenzierte Eine ist, wie Hans Peter Dürr es genannt hat, es ist eine tiefe Erkenntnis, die ich ernst nehme.

Nur bisher fehlte mir noch der Gedanke mit den zwei Teilen, die nicht identisch sind, aber gemeinsam das Ganze ausmachen. Bei mir nahestehenden Menschen gelingt es mir schon, den erhobenen Zeigefinger stecken zu lassen und Verständnis zu haben, aber auch zu sagen, was ich inakzeptabel finde.

Das brauche ich nur auf wirklich alle Menschen auszudehnen, so wie Einstein es einmal formuliert hat.