Um was wir uns kümmern müssten.

Oder vielleicht doch müssen? Soeben hat mir eine Freundin erzählt, dass auf Arte der Film „Rottet die Bestien aus!“ läuft. Eine Serie von vier Filmen. Von dem ersten habe ich mir vielleicht eine halbe Minute angeschaut, dann konnte ich einfach nicht mehr. „Die verstörende Überheblichkeit der Ignoranz“, so der Untertitel des Films, war zu schnell spürbar, unmittelbar erlebbar.

Was berührte der Film in mir? Und was löste er aus? Es war die Parallele zu den Ereignissen 1933 bis 1945 und die Erkenntnis, dass das, was damals geschah, nicht vorbei ist, nur geschickter verborgen: Ausgrenzung, sich überlegen fühlen, die Fragmentierung der Welt in die, die man mag und die, die man ablehnt, bekämpft oder negiert. Wo ist da der Unterschied zu damals?

Ich kann ihn nicht sehen. Hier, in der Bundesrepublik scheint es anders zuzugehen – aber tut es das wirklich? Da bricht in der Welt ein Virus aus, und die Menschen schieben sich lieber gegenseitig die Schuld dafür zu, befehden sich wegen der Frage, ob impfen oder nicht – statt dass sie gemeinsam nach einer Lösung suchen würden.

Wir haben es noch immer nicht gelernt, uns als Weltgemeinschaft zu verstehen. Es wäre schon etwas gewonnen, wenn wir Menschen uns als Gemeinschaft erkennen würden.