Täuschung

Was ist wirklich los in der Welt der Menschen? Warum führen wir so oft Krieg auf den verschiedensten Ebenen gegeneinander? Wieso suchen wir anderen zu schaden, nur um uns selbst einen Vorteil zu verschaffen? Ich sage ‚wir‘, denn wenn es ‚die‘ Menschen betrifft, betrifft es auch mich, bin ich doch nicht isoliert von allen anderen.

Betrachte ich die Lehre Christi oder Buddhas (andere kenne ich nicht gut genug), nicht das, was die Institutionen daraus gemacht haben, dann sprechen sie über das Selbe, wenn auch mit anderen Worten, das auch die Wissenschaft erkannt hat. Einstein etwa hat erkannt, dass wir einer Täuschung, einer Art optischer Täuschung des Bewusstseins, und dass diese Täuschung eine Art Gefängnis für uns ist, sie beschränkt uns auf unsere persönlichen Wünsche und auf unsere Zuneigung gegenüber einigen wenigen, die uns am nächsten stehen. 

Statt uns moralisch darüber zu echauffieren, was andere tun, ist es an der Zeit, uns selbst an der Nase zu packen und zu sehen, dass wir aus diesem Gefängnis herauskommen, was uns jedoch nicht gelingen wird, wenn wir in unserem tradierten Denken verhaftet bleiben. Wir brauchen den Mut, in eine neue Welt aufzubrechen, den Mut, unser Leben ganz anders zu gestalten und die gewohnten Bahnen zu verlassen.

Es genügt nicht, gute Wünsche zu verschicken, und sich auch zu engagieren kann falsch sein, wenn es nicht den Kern (be-) trifft: Die Täuschung des Bewusstseins. Daran müssen wir bereit sein zu arbeiten, wollen wir die Gesellschaft in eine andere Entwicklung nehmen lassen. Es gehören eben nicht nur ‚die anderen‘ angesprochen, sondern wir alle.

Dieses ‚wir‘ ist nicht leicht zu verstehen, denn es verlangt das Bewusstsein für die Einheit in der Welt, eine Einheit, die niemanden ausschließt.