Täter und ihre Nachfolger

Wie begegnet man ihnen? Wir erleben gerade scheinbar ein Aufblühen rechten Gedankengutes. Ich schreibe bewusst scheinbar, denn ich glaube nicht, dass dieses Denken nach 1945 wirklich aufgehört hat, in den Köpfen vieler herumzuspuken. Es wurde nur nicht laut ausgesprochen. Doch heute, mit einem gewissen zeitlichen Abstand, scheint das wieder möglich zu sein.

Wie also kann man ihnen begegnen? Der Gedanke, dass sie sich nicht sicher fühlen dürfen ist absolut richtig. Doch die Frage bleibt, wie aus Kindern und ganz normalen Menschen Täter werden. Wie also verhindert man das Täterwerden? Als ehemaliger Rechtsanwalt und Strafverteidiger sage ich aus eigener Erfahrung, dass Strafe nur die Kleinen abschreckt, die Großen aber nicht.

Nein, was wir brauchen ist eine Kultur, in der, wenn ich einmal in der Sprache der Ökologie bleibe, solches Unkraut nicht ausgerissen werden muss, sondern gar nicht erst entsteht. Wie aber muss (und es ist ein ernst gemeinstes muss!)  eine solche Kultur aussehen?

Es ist eine Kultur, die sich der inneren Strukturen des Denkens bewusst ist und Sprache sehr, sehr bewusst einsetzt; also eine bewusste Sprachkultur. Denn nur darüber kann ich mein Denken so formen, wie ich denken will.

Das ist jedoch erst der zweite Schritt, der erste ist die Beschäftigung mit der Frage, was wirklich wirklich ist.