Symptom versus Ursache

Symptome lassen sich managen, Ursachen nicht! Daher kann ich mich im Nachdenken nur mit Symptomen beschäftigen, nicht jedoch mit den grundlegenden Ursachen. Auf die kann ich mich nur einlassen und darin versenken, jedoch im Nachdenken kann ich sie nicht auflösen oder „managen“.

Das brauche ich auch nicht, denn sobald mir klar ist, was die wirkliche Ursache ist, löst die sich auf beziehungsweise ich weiß, was ich tun sollte. Und genau darin steckt die Herausforderung: Ich muss mein Bedürfnis nach Kontrolle aufgeben. Das ist ja eines der großen Paradoxien des Lebens, dass ich Prozesse in mir selbst erst dann kontrollieren kann, wenn ich sie nicht mehr, auch nicht mehr ansatzweise kontrollieren will.

Erst recht gilt das, sollte ich versuchen, andere zu kontrollieren. Oder in der Wirtschaft. Auch hier können nur die Symptome „gemanagt“ werden, nicht die tatsächlichen Ursachen. Doch es nützt nichts, wenn sich ein anderer der Ursache eines meiner Symptome bewusst ist. Ganz abgesehen davon, dass der das wahrscheinlich auch nur glaubt. Ich habe es bisher noch nie erlebt, dass ein anderer die Ursache für eine meiner Schwierigkeiten erkannt hat. Dafür müsste sie oder er mich bis in die hintersten Ecken meiner Seele kennen. Und das ist viel verlangt.

Das bedeutet gleichwohl nicht, dass ich im Trüben fischen müsste. Ich kann es nur nicht willentlich. Dazu brauche ich Selbstorganisation. Die stellt sich ein, wenn ich das erforderliche Wissen vollkommen verinnerlicht und nicht nur „verstanden“ habe, ich dem Ganzen keine geistig-mentalen Blockaden entgegen stelle und ich es noch geschehen lasse. Dass Dumme ist nur, dass ich das nie bewusst wissen kann. Das Einzige, was ich tun kann, ist „sauber“ zu bleiben, mit anderen Worten den Weg der Bewusstheit konsequent zu gehen.

Das Wesentliche ist, den Dingen auf den Grund zu gehen, ohne sie willentlich klären zu wollen. Das heißt, ich muss mich in das jeweilige Thema oder die entsprechende Fragestellung versenken, ohne darüber nachzudenken. Wenn ich es dann tatsächlich unbewusst (!) begriffen habe, um was es geht und was zu tun ist, stellt sich Selbstorganisation ein.