Sprache & Denken

Ein ernsthaftes geistig-gedankliches Thema. Es wird ja viel über Fragmentierung gesprochen, nur was passiert überhaupt im Denken, wenn ich fragmentiere? Wie denke ich, wenn ich fragmentiere? Wichtig ist, dass sich diese Frage nicht auf die Methodik meines Denkens bezieht, sondern auf den Denkprozess an sich. Mit der Methodik reflektiere ich ja nur ein Element innerhalb des grundlegenden Prozesses.

Bei David Bohm habe ich einen interessanten Hinweis gefunden. Er berichtete von Volksstämmen, die für „Mensch“ den identischen Begriff wie für „Stammensangehöriger“ verwenden. Begegnen sie also einem, der nicht zu ihrem Stamm gehört, dann ist das für sie kein Mensch. Das ist für sie logisch, denn nur ein Stammesangehörige kann für sie ein Mensch sein. Die Folgen sind klar.

Es geht also um eine unzutreffende Zuordnung aufgrund eines unzutreffenden Frames. Durch die Wahl meiner Sprache bestimme ich (unbewusst) den Rahmen, durch den ich die Welt und mich selbst betrachte. Ganz klar: Sprache verändert das Bewusstsein. Nichts beeinflusst mein Inneres und damit mein Verhalten so intensiv wie die Sprache und die Gedanken und Gefühle, die durch sie ausgelöst werden.

Nur worauf basiert meine Sprache? Das sind die mir kaum bewussten inneren Gedankenstrukturen. Die kann ich mir jedoch im ernsthaften Gespräch mit Hilfe eines anderen bewusst machen, eben indem auf meine Wortwahl geachtet wird.

So kann ich durch die Kultivierung meiner Sprache mich selbst kultivieren. Was jedoch verlangt, mir meines Weltbildes bewusst zu sein.