Selbstverantwortung

Meine Freiheit endet dort, wo ich in das Freiheitsrecht eines anderen eingreife. Das Dumme ich nur, dass ich das selbst heraus finden muss.

Gehe ich einmal nur von uns Menschen aus, dann ist jeder mit allen anderen gleichwertig und damit gleichberechtigt. Jeder entscheidet für sich selbst, ja muss für sich selbst entscheiden. Ich bilde zwar mit allen anderen zusammen eine Gesellschaft, doch die entscheidet nicht für mich, kann sie nicht. Und das will ich auch nicht.

Denn die Gesellschaft gibt es ja nicht, nur die Menge der einzelnen Menschen, die dann im Idealfall als System zusammenarbeiten. Harmonieren die Einzelnen miteinander, harmoniert das System, arbeiten also alle (und nicht etwa nur Teilpersönlichkeiten!) perfekt zusammen, dann erscheint uns das als ein Ganzes, was es aber nicht ist; nur ein differenziertes Ganzes.

So wie auch meine Erscheinung, die ein anderer als „Ah, da kommt der Peter!“ wahrnimmt, also als ein Ganzes, was es aber nicht ist, sondern sehr wohl in sich differenziert. Wenn man diesem Organismus jedoch einmal ganz auf den Grund geht, also auf die atomare und dann auf die subatomare Ebene, dann ist es doch wieder nur eines, nämlich so eine Art Geist, den man aber nicht mit meinem Denken gleichsetzen darf.

Im nicht Differenzierten bin ich (wenn ich einmal nur mich selbst betrachte)also Eines, das mit der ersten Zellteilung beginnt, sich in Organe und was weiß ich noch alles zu differenzieren, die aber nur zusammen Sinn machen. Ein Gehirn ohne Herz wäre ja nicht so prickelnd. Diese Differenzierung ist notwendig, damit der Geist lebendig werden kann, er lebt also dadurch dass er sich in mir differenziert. Nur das ermöglicht ihm Erleben, Empfindung und all das andere, was mit meinem Organismus noch so einhergeht.

Wobei ich das meist als „ich“ erlebe, was aber nicht stimmt, denn ideal ist es, wenn ich in einem Flow bin und all das eben nicht als „ich“ erlebe, sondern „es“ einfach nur erlebt. Ich höre gerade Toccata und Fuge in D Moll von Bach. Der war garantiert in einem Flow, als er das schrieb, was mich zu der Frage bringt, ob der Geist sich durch Bach Toccata und Fuge in D Moll gegönnt hat.

Wenn ich das einmal so betrachte, dann gibt es den Geist, was immer das auch ist, der sich in die Lebensformen differenziert, um sich selbst erleben zu können. Oder so. Erinnert mich total an manche Spiele von mir selbst als Kind, da konnte ich auch perfekt mit mir selbst spielen und war doch ganz selbstverständlich zwei oder noch mehr.

Ich finde, das erklärt ganz gut, weshalb die Gedanken, Worte und Taten anderer auch einen selbst prägen, wobei wir jedoch nie vergessen dürfen, dass wir trotzdem ganz alleine für uns verantwortlich sind und unsere eigenen Entscheidungen treffen müssen. Das ist wirklich paradox, denn damit entscheiden wir auch für das Ganze.