Selbsterkenntnis

Ich meine das wörtlich, denn es ist eine Erkenntnis über mich selbst. Was aber habe ich erkannt? Ich habe gelebt wie Truman Burbank in dem Film „Die Truman Show“. Als ich das einigermaßen begriffen habe, ging es weiter mit dem nächsten Film. Es erging mir wie Phil Connors in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ „The same prcedure as every time“ könnte ich in Anlehnung an Miss Sophie in „Dinner for One“ sagen.

Krishnamurti hatte schon recht, als er sagte „Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.“ Dass ich krank bin, das weiß ich, es geht mir auch besser, aber ob ich so richtig gesund bin, das glaube ich noch nicht. Aber ich kenne zumindest den Heilungsprozess. Ja, ich glaube ernsthaft, dass das so ist. Drücken Sie mir die Daumen, dass es auch tatsächlich stimmt.

Das ursprüngliche Problem war (und ist vielleicht noch), dass ich sozusagen einen Knick in der Optik hatte. Meine Wahrnehmung war ganz einfach nicht korrekt. Damit meine ich die Wahrnehmung von mir selbst, was dann wiederum dazu führte, dass ich die anderen Menschen genauso inkorrekt sah wie mich selbst. Ist ja auch logisch.

Ein anderer konnte mir nicht helfen, wenn ich es nicht wollte. Das habe ich mittlerweile begriffen. Oft dachte ich, ich will Hilfe, wollte sie aber gar nicht. Manchmal scheint zu leiden wirklich leichter als zu lösen zu sein. So, wie man mir nicht helfen kann, wenn ich es nicht wirklich will, kann man niemanden helfen. Was ziemlich frustrierend ist, wenn man sich verantwortlich für etwas fühlt, auf das man aber keinen Einfluss hat.

Das Einzige, was ich wirklich tun kann, das ist korrekt zu leben. Nur muss ich das selbst erkennen. Ganz für mich. Vielleicht kann ich dann anderen inspirieren, wer weiß? Jedenfalls ist das mein Beitrag zur Evolution der Menschen – so oder so.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Freud und Leid ein ständiger Begleiter unseres Lebens sein werden, solange wir diesen Fehler im Bewusstsein haben, der unsere Wahrnehmung fehlerhaft werden lässt und wir nie wirklich glücklich sein können. Immer nur kurzfristig, aber nicht von Dauer.

Weil das so ist, zumindest für mich, akzeptiere ich, was Roshi Bernie Glassman es in den die drei Grundsätze der ZenPeacemakers formuliert hat: Ich gebe feste Vorstellungen über mich, dich, die Welt und das Universum auf, öffne mich vollständig der Freude und dem Leiden, die mir begegnen und werde aktiv aus Nichtwissen und Zeugnisablegen heraus.

Das hilft mir, mit der Vergangenheit meiner Familie umzugehen und es hilft mir auch, den Menschen jetzt zu begegnen, ohne ihnen meine Ansicht überzustülpen. Respekt vor dem Leben zu haben bedeutet auch, dem Leid eines anderen mit Respekt zu begegnen und ihm nicht zu sagen, was er tun müsste. Respekt und Achtung machen die äußere Hülle aus, die ursprüngliche Liebe den inneren Kern.