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Schwierige Veränderung

Warum scheint Veränderung nur manchmal oder sogar oft so verdammt schwierig zu sein?

Sei Du selbst die Veränderung, die Du dir wünschst für diese Welt“, forderte schon Mahatma Gandhi. Wandel beginnt im Kopf jedes Einzelnen, mit klaren Zielen und der Einsicht, dass Veränderungen auch positiv sein können. Ein kleiner Funke kann eine ganze Bewegung entfachen. So kann aus einer Idee Wirklichkeit werden.

Ich habe mich kürzlich mit einem Kinesiologen darüber unterhalten, dass manche Menschen manche Dinge einfach nicht wahrnehmen, die für andere ganz offensichtlich sind. Das Problem ist jedoch nicht, dass die, die es nicht ‚sehen‘ können (nicht etwa wollen!), blöd oder ignorant wären, sondern dass sie es nicht denken können. Deshalb nehmen sie es nicht wahr. Sie können es einfach nicht wahrnehmen.

Sie haben keine Erfahrung damit. Ganz einfach. Bevor ich Motorradfahren lernte, konnte ich dem Motorradfahren auch nichts abgewinnen. Erst als ich die Erfahrung machte, es also denken konnte, wie es ist, ein Motorrad zu fahren, faszinierte es mich.

Es geht um das ‚Denken können‘. Was man nicht denken kann, gibt es einfach nicht, absolut nicht. Der Weg, es denken zu lernen, ist sich darauf einzulassen. Ganz einfach. Tut man das nicht, ist es nicht möglich. Ohne die entsprechende Erfahrung kann ich etwas nicht denken.

Aber es gibt noch einen anderen Weg, etwas zu denken, was ich nicht unmittelbar erfahren kann. Es ist der Weg der Fantasy. Aber auch darauf muss ich mich einlassen können, damit ich es denken kann.

Doch zurück zur Veränderung. Ich kann mich nicht wirklich verändern, denn tatsächlich bedeutet eine Veränderung ‚nur’, dass dann mein Gehirn anders organisiert ist. Ein Zusammenhang, der oft nicht gesehen wird. Mache ich etwas anders als bisher, dann heißt das, dass mein Gehirn anders als bisher verdrahtet ist, es wurde eine andere, alternative neuronale Verknüpfungen hergestellt.

Wenn mich jemand fragt, wie ich das hinbekommen habe, kann ich das natürlich nicht erklären, nur theoretisch. Tatsächlich habe ich ja nichts getan, eine andersartige Verknüpfung in meinem Gehirn geschieht einfach, ohne dass ich etwas bewusst tun könnte.

Was aber löst das aus? Es ist Selbstorganisation. Ein spannendes Thema. Bei jeder persönlichen Entwicklung ist sie dabei, doch wenn sie ‚tätig war‘, merke ich das erst hinterher, vorausgesetzt, ich mache mir es bewusst. Ich muss die Veränderung, wollen, ohne sie bewusst zu wollen!

Es darf kein ‚Ich’ dabei sein; das Ego muss der Veränderung Platz machen. Das ist die Kröte dabei. Wenn ich sie bewusst zu realisieren suche, wird mir das nicht gelingen, denn dann findet keine Selbstorganisation statt. Die ‚funktioniert‘ nur auf einer höheren mentalen Ebene, ohne Ich, ohne Ego. Das ist nun einmal so.

Also erst entspannen und nichts mehr festhalten wollen, sondern geschehen lassen, was geschieht. Wie im Flow. Was mir früher schrecklich vorkam, die Kontrolle aufzugeben. Nur mit Kontrolle funktioniert es definitiv nicht. Wenn, dann passiert ‚es‘, aber wenn ‚ich‘ es will, kann ich lange warten, es wird einfach nicht passieren.

Das Einzige, was ich tun kann, ist mich hinein zu entspannen, mich fallen zu lassen. Oder mich in den Geist zu versenken. Also meditieren beziehungsweise meditativ leben, sprechen, schreiben und denken. Natürlich funktioniert das am einfachsten im und mit dem passenden Umfeld.

Das ist der Weg der Veränderung.

Veröffentlicht in Blog