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Sein, der ich bin!

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Eigenständigkeit

Will ich eigenständig leben, darf ich nicht in der Konvention verhaftet sein. Aber ich darf mir dabei nichts vormachen, ich muss die Konvention wirklich verlassen, und das bedeutet zu wissen, was Konvention bedeutet und wo sie überall drin steckt.

Solange ich der Konvention verhaftet bin, tue ich so, als würde ich bereits in Gemeinschaft leben, als gäbe es nur oberflächliche, individuelle Differenzen und keinen Grund für Konflikte.

Zur Aufrechterhaltung dieser Vortäuschung bediene ich mich einer Anzahl unausgesprochener, allgemeingültiger Verhaltensregeln, Manieren genannt: Ich sage nichts, was einen anderen Menschen verstören oder anfeinden könnte; und wenn jemand anderes etwas sagt, das mich beleidigt oder unangenehme Gefühle oder Erinnerungen in mir weckt, dann tue ich so, als mache es mir nicht das geringste aus; und wenn Meinungsverschiedenheiten oder andere unangenehme Dinge auftauchen, dann wechsle ich sofort das Thema wechseln.

Die Kommunikation in der Konvention läuft über Verallgemeinerungen ab. Sie ist höflich, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv.

Ich muss mir stets bewusst sein, dass dies das Gegenteil von Eigenständigkeit ist. Doch es gibt eine Lösung: Eben Eigenständigkeit. Doch wie lebe ich Eigenständigkeit? Das ist die alles entscheidende Frage!