Orientierung im Leben

Woran orientiere ich mich in meinem Leben? Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Karl Marx war der festen Meinung, dass nicht das Bewusstsein das Leben bestimmt, sondern dass das Leben das Bewusstsein bestimmen würde. Aber ist das so? Ich denke nämlich dass das nur die halbe Wahrheit ist.

Die ganze Wahrheit ist wohl viel komplexer. Aus der Quantenphysik kennen wir ja durch das Welle-Teilchen-Phänomen, dass der Beobachter, letztlich durch sein Bewusstsein, das ja jeder Beobachtung vorausgeht, die Realität bestimmt. Will er ein Teilchen messen, wird er Teilchen beobachten können, aber keine Wellen. Will er hingegen Wellen beobachten, dann wird er Wellen beobachten – aber keine Teilchen.

Welche technischen Konsequenzen das hat, ist ziemlich klar, nur was es bedeutet, das ist noch nicht so wirklich klar. Eigentlich überhaupt nicht. Man weiß zwar, dass es definitiv funktioniert, doch nicht weshalb. Vielleicht der Grund, weshalb viele die Phänomene der Quantenphysik einfach ausblenden – weil sie sich nicht bewusst sind, dass sie solche Phänomene in ihrem eigenen Leben ständig anwenden. Jedoch ohne, dass ihnen das bewusst wäre. Das üble ist, dass es in vielen Bereichen verhindert wird, einfach, weil wir diesen Zustand des bewussten NichtWissens scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Das ist dann wie Sackhüpfen für das Gehirn.

Die graue Masse zwischen unseren Ohren kann wesentlich mehr, als viele denken. Man bräuchte nur den Sack wegzulassen. Wenn ich dazu bereit bin, dann übernimmt das Bewusstsein die Orientierung in meinem Leben – und nicht umgekehrt. Nur ist das ganz anders als das, was wir üblicherweise unter Bewusstsein verstehen. Im Ch’an würde man vielleicht Bewusstsein durch NichtBewusstsein sagen, so wie Denken durch NichtDenken.

Ist schon paradox. Ich finde Orientierung im Leben, wenn ich mich nicht bewusst zu orientieren suche, sondern nur das Ziel vorgebe und den Rest geschehen lasse.