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Nicht eins, nicht zwei

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Gleiche Welt, andere Weltsicht

Die moderne Physik hat erkannt, dass Atome letztlich nicht aus Materie aufgebaut sind. Die Materie verschwand sozusagen und nur eine Form blieb übrig, wenn man ganz genau hinschaute. Ein Kuchen ist auch kein Kuchen an sich, sondern ein Produkt aus Eiern, Mehl, Zucker und was immer. Mit dieser Erkenntnis der Physiker hat sich das bisher geltende Primat von Materie und Form umgedreht. Nicht der Inhalt macht wie bisher angenommen eine Sache aus, sondern die Form. „Eigentlich“ wissen wir das ja schon lange.

Hängt damit letztlich zusammen, dass, wie von McLuhan erkannte, Medien auf unsere Sinne wirken, dass sie gleichsam unser gesamtes Sensorium massieren, so wie die Werbeindustrie Auge und Ohr bearbeitet und dass dabei das Thema zweitrangig ist, egal was es ist? McLuhans Idee war, dass Medien eine Extension, eine Veräußerung des menschlichen Körpers sind, so wie zum Beispiel das Rad eine Erweiterung des Fußes oder der Gehwerkzeuge sind und der PC eine Extension meines Gehirns, also eine Erweiterung der Funktionalität des Gehirns darstellt.

Wenn das so ist – und davon bin ich überzeugt! –, dann realisiere und kreiere ich immer nur das, was exakt meiner Haltung entspricht. Es geht also in erster Linie um Funktionalität und überhaupt nicht um den Inhalt. Und wir sprechen von einem Organismus, weil er organisiert ist und nicht, weil er aus Aminosäuren oder was auch immer besteht.

„Alles ist Energie, und dazu ist nicht mehr zu sagen. Wenn du dich einschwingst in die Frequenz der Wirklichkeit, die du anstrebst, dann kannst du nicht verhindern, dass sich diese manifestiert. Es kann nicht anders sein. Das ist nicht Philosophie. Das ist Physik.“
Albert Einstein

Akzeptiert man das, dann versteht man auch den Gedanken, dass wir kein „Ego“ besitzen, sondern die Vorstellung davon uns besitzt. Aber es wird noch ein wenig komplexer. Ich kann zwar tun, was ich will, aber ich kann nie ohne die Welt um mich herum wollen, was ich will. Denn ich existiere ja nicht für mich, auch wenn ich früher glaubte, dass es so wäre. Nicht einmal was ich essen will kann ich eigenständig entscheiden, denn dazu muss ich immer noch wissen, was mir die Welt so zum Essen anbietet.

Jedes „ich will“ existiert nur in Beziehung zu etwas anderem und in Interdependenz, ist also immer nur relativ. Das scheinbar subjektive Wollen ist weder rein objektiv noch rein subjektiv. Es ist beides gleichermaßen. Und damit etwas ganz anderes. Doch um mich in die Frequenz der von mir angestrebten Wirklichkeit einschwingen zu können, muss ich mein Denken entsprechend organisieren.

Man kann das Absolute nicht finden, indem man es sucht, denn das Absolute ist man selbst, so wie eine Zelle alle Informationen des Körpers in sich trägt, aber nicht der Körper ist. Doch das bedeutet leider nicht, dass man auch das intellektuelle Wissen um das Absolute ohne weiteres zur Verfügung hätte. Es ist ja wirklich erstaunlich, was ein kleines Kind alles kann, denn es kann ganz von alleine lernen, so wie auch ein Tier oder eine Pflanze sich in der Welt zurechtfindet und sich organisieren kann. Und das, ohne dass ein anderer ihm das beigebracht hätte.

Es ist kein intellektuelles Wissen, es ist nur schwer bis gar nicht in Worte fassbares, intuitives Wissen; vergleichbar mit Musik, aber nicht mit jeder, nur der, die das Absolute ausdrücken will. Dieses „Wissen“ ist in jedem, doch nicht jeder vermag es auch zu sehen, nicht jeder ist sich dessen bewusst und nicht jeder lebt entsprechend dieses Wissens. Vielmehr ist es wohl so, dass wir dieses ursprüngliche Wissen durch intellektuelles (Fach-) Wissen regelrecht zugeschüttet haben. Doch es genügt nicht, diesen Berg einfach wieder abzutragen, denn dieses Wissen brauchen wir zum Leben. Es geht also darum, die eine Art des Wissens mit der anderen zu vernetzen und miteinander zu integrieren.