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Die Welt und ich

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Wie der Welt begegnen?

Der Welt auf stimmige und angemessene Weise begegnen zu können setzt voraus, mir selbst auf stimmige und angemessene Weise zu begegnen. Und das setzt voraus, dass ich auch keine irrigen Annahmen über mich hege, sonst potenziert sich das ja in die Welt hinein. Will ich sein, der ich bin, will ich also im Einklang leben, wie es so oft heißt, muss ich erst einmal mit mir selbst in Einklang kommen, heißt also, dass ich korrekt über mich selbst denken muss, mich korrekt sehen muss.

Wie also sehe ich mich? Ich sehe mich selbst als eine Zelle eines Organs, ähnlich einer Niere, einem Magen oder was auch immer. Nur die Zelle in der Natur weiß wie jede gesunde Körperzelle, was ihr Job ist. Doch eine kranke Zelle weiß das nicht mehr. Sie hat schlicht und einfach den Bezug zu ihrer Funktion und Aufgabe und damit zu sich selbst verloren. Dass nun das ganze Organ schon in Mitleidenschaft gezogen ist ändert nichts daran, dass ich nur für mich sorgen kann und das auch tun muss.

Und wenn ich gesund bin, wirklich gesund bin, dann habe ich die Chance, dass sich auch andere dem entsprechend begeistern lassen und sich daran orientieren, selbst gesund zu sein. Das würde ich dann einen perfekten Turnaround nennen, wenn sich alle daran beteiligen. Ich kann also immer nur den anderen auffordern, mitzudenken, damit er und ich das Richtige tun. Was jedoch nicht heißt, dass er denken soll wie ich, sondern dass wir gemeinsam denken. Und weil ich immer denke, auch wenn ich gerade mal keinen Gedanken habe, gibt es einfach keinen neutralen Zustand. Ich glaube nicht, dass eine höhere Macht ihre Finger im Spiel hat, wenn ich einen Schnupfen oder sonst eine Krankheit habe, dafür bin ich ganz allein verantwortlich und auch zuständig. Ein Arzt kann mir ein gebrochenes Bein zwar schienen, aber zusammenwachsen lassen muss ich den Knochen schon selber. Gesundheit liegt letztlich ganz bei mir und auch in meinem Ermessen.

Und es macht überhaupt keinen Unterschied, ob ich kollektiv oder „nur“ individuell erkrankt bin. Und die größte Gefahr ist, mich für gesund und den anderen für krank zu halten. Da ist ja die Tücke mit dem Bewusstsein, von dem niemand so richtig weiß, was es eigentlich ist. Aber was wir beobachten können ist, dass etwa ich eines habe. Und zusammen mit meiner Frau habe ich auch ein gemeinsames, sozusagen ein Ehepaarbewustsein. Und wenn das Bewusstsein meiner Frau und meines nicht so richtig harmonieren, dann gibt es eben eine Auseinandersetzung. Mit den Nachbarn ist es genauso, nur streitet man sich im Fall des Falles mit denen eher selten, also jedenfalls meistens nicht, sondern geht ihnen aus dem Weg. Obwohl das ja leider auch in Familien funktioniert.

Und genau das ist das Problem oder besser die Krankheit, unter der meines Erachtens nach die Menschheit leidet. Jedenfalls sehe ich das so. Jeder versteht sich als Individuum und der andere wird von diesem „Ich“ ausgenommen. Und weil wir eben ein gemeinsames Bewusstsein haben, können wir das auch nur gemeinsam in den Griff bekommen. Denn dass es funktioniert, ist eine gewaltige Illusion. Nur weil wir das immer glauben und gewohnt sind, tut es das schon lange nicht mehr. Es ist nichts anderes als eine Schonhaltung, um das eigentliche Problem nicht wahrnehmen zu müssen. Doch irgendwann wird die Schonhaltung selbst das viel größere Problem. Und genau das fangen wir gerade an zu spüren.

Was also tun?