Bild



Bild

Mich einlassen auf das Leben

Bild

Die Philosophie dahinter

Ich will vorab über ein paar Gedanken schreiben, die mich schon lange und auch heute noch umtreiben. Es geht um die Form, nicht um den Inhalt. Doch über den Inhalt zu reden ist leichter als über die Form. Doch tun wir das, drehen wir uns im Kreis.

Frage ich mich welche Aufgabe ich im Leben habe, dann ist die Antwort: Es kommt darauf an, was ich aus meinem Leben mache. Ich musst einfach nur meine Überzeugungen leben. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn das heißt: So, wie ich mit meiner Kaffeetasse umgehe, gehe ich auch mit allem anderem um, auch mit Menschen. Wie ich mich zur Dingen und Menschen in Beziehung setze, dafür gibt es nur eine einzige Form, ein Fraktal, immer wiederholt, doch letztlich ein einziges Fraktal.

Hinzu kommt, dass wir in einer virtuellen Welt leben. Wie Kinder. Die wissen das nicht, wir sollten das endlich verstehen. Dazu später mehr. Das Problem ist, dass solche Gedanken geeignet sind, Weltbilder zu zerstört. Wie sagte doch David Bohm: Es steckt eine Menge Gewalttätigkeit in den Meinungen, die wir verteidigen. Sie sind nicht lediglich Meinungen, nicht lediglich Annahmen; sie sind Annahmen, mit denen wir uns identifizieren und die wir daher verteidigen, weil es ist, als würden wir uns selbst verteidigen.

Und warum sagte Dürer, dass der Künstler gewalttätig sei? Weil er sich mit seiner Kunst dem Betrachter zumutet. Hätte sich ein Künstler am Markt orientiert, gäbe es keinen Picasso, keinen Dalí, keinen Dürer, keinen Krishnamurti, keinen Bruce Lee.

Um nach den Prinzipien des Lebens leben zu können, müssen wir die Gesetzmäßigkeiten ergründen. Dies verlangt, das eigene Denken auf seinen Ursprung hin zu untersuchen, es zu klären und sich zu fragen, was man wirklich wissen kann. Obwohl die Gesetzmäßigkeiten relativ leicht im täglichen Leben erkennbar sind, braucht es doch sehr viel Konsequenz und eben auch systematisches und logisches Denken, um nicht immer wieder in alte Denkstrukturen zu fallen und wieder in Widerspruch zu den Gesetzmäßigkeiten zu geraten. Die Gesetzmäßigkeiten lassen sich wie folgt beschreiben:

Nichts ist beständig
Alles ist bedingt
Nichts existiert aus sich selbst heraus
Alles ist das in sich differenzierte Eine

Die Prinzipien des Lebens lassen sich nicht verstehen, sondern nur erfahren. Gleichwohl können wir sie indirekt als Regeln und Grundsätze beschreiben, um uns daran zu orientieren, so wie auch die Naturgesetze nichts Gegebenes sind, sondern eine Beschreibung der Wirklichkeit. Folgende Prinzipien suche ich zu leben:

Asymmetrie
Unkompliziertheit
Würde
Natürlichkeit
Unergründlichkeit
Unbefangenheit
Stille

Für „mein“ Leben heißt das:

allein zu stehen
ohne Angst zu leben
heroisch zu handeln
mehr als alles andere frei und wahrhaftig sein zu wollen
bedingungslose Verantwortung für mich selbst zu übernehmen
mich allem zu stellen und nichts zu vermeiden
jederzeit eine unpersönliche Sichtweise zu haben
für einen höheren Zweck zu leben.

Was also ist zu tun?

Den Geist klären
Tun, was zu tun ist.
Nichts anhaften, nichts wollen.
Im Einklang mit der Wirklichkeit sein.

Ichi-go ichi-e, wörtlich eine Zeit, ein Treffen, besagt etwas ganz Wesentliches: Wir haben diesen Moment für immer, aber nie wieder. Auch wenn wir die Chance haben, dieselben Menschen, dieselben Orte wieder zu erleben, so werden diese Momente anders sein. Aber der vergangene Moment ist nicht mehr änderbar.

Darum dürfen wir keinen Augenblick unachtsam sein, wollen wir wesentlich und wahrhaftig sein. Wissen zeigt nur den Weg, gehen muss ich ihn ohne dieses Wissen.

Weiter lesen ...