Nachdenkliches

Was ist wirklich, wenn selbst ich eine Fiktion bin? Das ‚Ich‘, von dem wir so gerne reden, ist leider nur eine sehr realistische Fiktion und ich darf sie nicht mit dem verwechseln, was ich (ein sprachliches ich!) bin. Das ist wie mit der Landkarte und der Landschaft, die sie abbildet.

Ich fahre ja auch nicht auf meiner Karte herum, sondern orientiere mich nur damit. Doch das ist nicht alles. Unsere Vorstellung von der Wirklichkeit ist so perfekt, dass wir tatsächlich glauben, unmittelbar in ihr zu leben. Wir sind uns selten bewusst, dass es nur ein Modell der Wirklichkeit ist, aber nicht die Wirklichkeit selbst.

Mit gravierenden Folgen. Wenn es kein ‚Ich‘ gibt, wer will dann etwas, wenn vermeintlich ‚Ich‘ etwas will? Und wer oder was ist sich bewusst, wenn ich glaube, ‚ich‘ sei mir bewusst? Und wer sieht dann, was ich sehe, denn den Beobachter gibt es ja dann auch nicht, sondern nur die Beobachtung!?

Wenn ich das bedenke, dann wird mir klar, weshalb ich vieles einfach nicht willentlich oder bewusst handelnd erreichen kann, weil es niemanden gibt, der es erreichen wollen könnte.