Mein Motorrad und ich

Gibt es für uns beide einen ‚Flow‘? Auf diese erst einmal verwirrend klingende Frage kam ich anlässlich eines Gesprächs, das sich mit Dingen beschäftigte, die nicht unbedingt als gleichartig oder gar gleichwertig verstanden werden: Sonne, Motorrad und ich.

Die Sonne will ich einmal weglassen, da fehlt mir noch der stimmige Vergleich. Vielleicht komme ich ja noch drauf. Aber von vorne. Es ist die alte Frage, wie der Geist in die Materie kommt, eine Frage, die meines Erachtens nach mittlerweile klar zu beantworte ist: Der Geist kommt nicht in die Materie, sondern Geist wie Materie sind das Selbe, nur eben in einem anderen Aggregatzustand, einem anderen Schwingungszustand.

Schließlich wissen wir ja, dass Lebewesen wie auch sogenannte ‚tote Materie‘ beide aus dem identischen Material bestehen. Quantenpampe nenne ich das immer. Und sind nicht die Quantenphysiker der festen Überlegung , das Geist der Ursprung von Materie ist? Das darf man also nicht in Abrede stellen.

Wenn ich Motorrad fahre und ich es hinbekomme, nicht zu denken, dann komme ich ganz klar in einen Flow. Aber mein Motorrad? Wer Motorrad fährt (andere vielleicht auch) weiß, dass ein sauber konstruiertes Motorrad, also eines ohne Mängel, bei einer hören Geschwindigkeit, vielleicht so um die 20 bis 30 km/h, immer stabil gerade aus fährt, ohne dass der Fahrer balancieren müsste.

Und wenn niemand drauf sitz auch noch langsamer. Mittlerweile gibt es ja sogar Motorräder, die dank ihrer Technik nicht mehr umfallen können, sondern sich auch im Stand perfekt ausbalancieren können.(1) Da frage ich mich dann, wenn das eine Maschine kann, wieso müsste ich das erst lernen, und das auch noch mit Schmerzen?

Die Schlussfolgerung ist klar: Weil mir das erforderliche implizite Wissen fehlte. Solange das Motorrad ‚seinem‘ impliziten Wissen folgt, passiert kein Unglück. Und folge ich meinem, uns beiden auch nicht – wenn wir zusammen unterwegs sind. Folgt nicht das Motorrad seiner inneren Natur, die der Konstrukteur ihm verliehen hat, so wie ich meinem Wissen folge?

Ist in uns beiden nicht schlicht der kosmische Geist lebendig? Beim Motorrad könnte man ja sagen, dass es ohne den Konstrukteur nur ein Haufen Blech wäre – wie aber ist es mit der Sonne? Die würde ich jetzt nämlich gerne wieder ins Boot holen.

Woher ‚weiß‘ die Sonne (oder der Sauerstoff), dass sie lebensnotwendig ist? Und wer hat sich ihre Existenz ausgedacht? Oder ihre Bewegungen Im Universum? Und die von den Lebewesen? Wenn es einen Gott gibt, dann ist der alles Existierendes – so wie alles Existierendes Gott ist. Ein Gedanke von Meister Eckhardt, den ich für korrekt halte.

Meister Eckhardt nutzt hier wie Nagarjuna auf die Kunst des Tetralemma, um scheinbar Widersprüchliches auszudrücken. Wenn Gott oder einfach Geist (ist mir sympathischer) in allem ist, dann bedeutet Flow ganz einfach ‚nur‘, dass das zur Verfügung stehende Wissen angewendet wird. Wenn es dieser Geist ist, der Spurenelemente zu Atomen und Atome zu Molekülen und Moleküle zu Dingen werden dann bedeutet das für mich, solange die Dinge (Spurenelemente, Atome und Moleküle sowieso) den Gesetzmäßigkeiten folgen, sie alle im Flow sind. Sozusagen.

Ist also der Begriff des Flow nur eine Krücke, um uns schmackhaft zu machen, endlich in Übereinstimmung mit den Gesetzmäßigkeiten zu sein – und nicht im Widerspruch dazu zu denken und zu handeln? Ist Flow ganz einfach nur ein Synonym dafür endlich wieder im Einklang mit dem Kosmos zu sein?

Ich, für mich, weiß, dass das ist so ist. Klingt zwar sehr esoterisch, aber ist – jedenfalls für mich – vollkommen logisch.