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Zen & Management

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Die gute und die dunkle Seite

Die „dunkle Macht“ kann nur dann und nur so lange existieren, solange wir selbst sie ermächtigen, weil wir dadurch selbst mächtiger werden. Ja, es klingt paradox, aber es ist so. Wir brauchen nur der dunklen Macht die Einwilligung zu entziehen.

Kein Jedi-Ritter aus Star-Wars wurde nicht mindestens einmal von der dunklen Seite der Macht zu verführen gesucht. Und so ist es auch in unserem eigenen Leben. Ich habe als Anwalt gearbeitet und war in der Politik, daher weiß ich das nur zu gut, wurde ich doch immer wieder in Versuchung geführt. Und oft gelang das auch. Allzu schnell sind wir bereit, unsere Seele für ein Stückchen Macht herzugeben, sind wir bereit, uns korrumpieren zu lassen. Es ist der Egoismus und die Selbstbezogenheit, die, sind wir ehrlich zu uns selbst, uns für die dunkle Seite anfällig werden lassen.

Dabei haben die, die mich in Versuchung geführt haben, das Identische getan wie ich auch, es waren und sind auch nur Verführte. Wo es angefangen hat? Vielleicht vor 5000 Jahren? Keine Ahnung. Es ist jedenfalls eine lange Kette. Und die ist so lang, dass nur wenige sich bewusst sind, was da eigentlich genau passiert. Was alle für „normal“ halten ist es eben nicht.

Doch ist uns dies bewusst, öffnet sich damit auch die Tür, um das Angemessene tun zu können und uns wie ein Jedi-Ritter für das Adäquate einzusetzen. Und das braucht es, dringender denn je. Das heißt, wir müssen miteinander nach Wegen suchen, um das zu realisieren, was die Welt braucht, um falsche Vorstellungen aufgeben zu können und Alternativen zu unserer bisherigen Lebensart aufzuzeigen. Wir Menschen haben die Welt in eine bedrohliche Situation gebracht. Damit wird offensichtlich, dass die Zeit gekommen ist, andere Prioritäten und andere Notwendigkeiten zu setzen und unser Denken in neue Bahnen zu lenken, ein Denken, das die Natur schützt und bewahrt, statt sie zu zerstören.

Es geht in erster Linie darum, miteinander zu reden, wirklich dialogisch zu reden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, statt uns sagen zu lassen, was zu tun wäre und irgendwas zu glauben – oder dass wir glauben anderen sagen zu können, was sie tun müssten. Das ist genauso falsch. Die Welt ist ein Lebewesen, und das verlangt ein spezifisches Verhalten den anderen Zellen / Menschen gegenüber. Jeder muss die Wirklichkeit selbst untersuchen und erkennen, was ansteht.

Zu lange haben zu viele auf die gehört, die ihnen Patentlösungen versprochen haben. Damit muss Schluss sein, dass so viele immer auf andere hören, denn genau das hat die Menschheit an den Rand des Abgrunds gebracht. Es ist Zeit für eine Umkehr, Zeit für ein neues Denken. Und es ist Zeit mit dem ständigen Gegeneinander aufzuhören, Zeit endlich zu sehen, dass wir nur miteinander eine Chance haben.