Lebensumstände

Leben wir so, wie es uns gemäß ist? Ich denke nicht. Gerade lese ich das Buch von Jean Liedloff „Auf der Suchen nach dem verlorenen GlückI“ – gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit. Der erste Frage, die fast automatisch aufkommt ist wohl, ob wir nicht wie die „Wilden“ im Dschungel Venezuelas leben müssten, um diesen wirklich traumhaften Zustand erreichen zu können.

Da das unmöglich scheint – wie sollte das auch technisch gehen? – legen wir solche Bücher schnell auf die Seite, statt einmal ernsthaft zu prüfen, ob wir nicht genauso leben könnten. Ich behaupte, wir könnten es fraglos. Wir müssten uns nur fragen, was wir wirklich wissen und welches Wissen wir nicht dem technischen Fortschritt (der muss immer dafür herhalten), sondern der gesellschaftlichen Konvention zuliebe (!!) einfach nicht wissen wollen.

Denn das würde bedeuten, ganz anders leben zu müssen. Nicht zurück auf die Bäume, sondern wie Menschen unter Menschen. Das tun wir zwar auch, nur eben nicht so, wie es dem Menschen entspricht. Es ist egal, wem oder was wir unsere Natürlichkeit und unsere Fähigkeit zum glücklichen und harmonischen Zusammenleben geopfert haben, entscheidend ist, dass wir es getan haben und auch noch weiter tun.

Oder glauben Sie etwa ernsthaft, man könnte durch Kriege Frieden stiften? Also ich glaube das nicht. Das Einzige, das wirklich hilft, das ist miteinander zu reden, was aber nicht bedeutet, den anderen von seinen eigenen Meinungen und Ansichten überzeugen zu wollen, sondern erst einmal hören zu wollen, was ihn umtreibt.

Und exakt das steht in dem Buch von Jean Liedloff „Auf der Suchen nach dem verlorenen GlückI“, jedenfalls empfinde ich das so: Nehmt die Menschen ganz einfach ernst und versucht ihnen nicht Eure Weltsicht aufzudrücken, egal ob klein oder groß.