Intelligenz & Sprache

Das ist nicht zweierlei, sondern letztlich Eins. Unsere Sprache ist die Form, in der unsere „Intelligenz“ existieren kann. Was ich sprachlich nicht ausdrücken kann, wird man mir nicht als Intelligenz anrechnen, schließlich kann ich es ja auch nicht ausdrücken.

Ganz ähnlich ist es auch mit Zen-Zitaten. Es gibt welche, die besser in die von mir (!) vorgegebene sprachliche Form passen als andere. Zu meinen Ch’an-Favoriten zählen eindeutig Huang Po und Hui Neng. Die Gedanken der beiden sind so formuliert, dass sie ohne anzuecken durch meinen mentalen Filter in mein Denksystem kommen. Exakte Passform.

Andere wiederum erinnern mich sehr an die Geschichte von den Ulmer Spatzen. Die sind für mein Denken einfach zu sperrig. Andere wiederum sind mir viel zu blumig, da sehe ich dann vor lauter Emoticons die eigentliche Nachricht nicht mehr, sofern überhaupt eine da ist.

Passend ist also nicht das, was korrekt oder korrekter ist, sondern das, was besser zu der Struktur meines Denkens passt. Das definiert, was ich verstehe und was nicht, beziehungsweise was mir schwer fällt.

Die Frage ist jedoch nicht, welches Denksystem besser ist (eine Wertung!), sondern welches eher in der Lage ist, die Wirklichkeit zu erfassen. Um die geht es ja in allererster Linie. Das lässt sich sehr leicht an dem Denken eines Physikers demonstrieren.

Die haben nämlich zwei Denksysteme. Einmal denken sie in Worten und Begriffen, wenn sie über etwas reden, zum anderen denken sie in mathematischen Begriffsstrukturen, wenn sie rechnen. Daher fällt es ihnen leicht, Quantenmechanik mathematisch zu denken, aber extrem schwer, die auch in Worten zu denken! Schon die „alten! Quantenphysiker Einstein, Heisenberg, Bohm, Bohr, Schrödinger, Pauli und wie sie alle hießen hatten dieses Dilemma.

Am extremsten ist das wohl bei Wolfgang Pauli sichtbar geworden, ein begnadeter Physiker, aber sobald er „normal“ und nicht mehr mathematisch dachte, hatte er ein gewaltiges Problem, was ihn ja zu C.G. Jung auf die Coach brachte.

Ich denke in (hoffentlich) einigermaßen logischen Strukturen, die von einem fassbaren Weltbild ausgehen. Andererseits denke ich auch in metaphysischen Strukturen, ob die mir jetzt bewusst sind oder nicht, jedenfalls ich weiß, dass ich es tue. Und da sieht dann die Welt ganz anders aus. Nur weiß ich noch nicht so richtig wie.

Daher geht es für mich darum, eine gemeinsame Sprache zu finden, damit ich mich selbst besser verstehe. Nicht umsonst heißt es ja im Volksmund auch „Der spricht meine Sprache!“, wen einem jemand intelligent erscheint.