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Im Flow leben

Wenn alles nichts anderes als das in sich differenzierte Eine ist – was bedeutet das dann für mich? Wir leben vordergründig betrachtet in zwei Welten: Einmal in der Welt, in der nichts von dem anderen getrennt ist. Es ist nicht einmal miteinander verbunden, sondern es ist Eins. Auf der anderen Seite leben wir in einer Welt der Individuen, die sich miteinander verbünden oder sich auch gegenseitig bekriegen.

Ein Tier tötet ein anderes und frisst es, weil es Hunger hat. Es ist eines der Lebensprinzipien, dass sich das Leben selbst frisst, um weiter zu leben. Eine Art lebendiges Recycling. Ein perfekter Ausgleich, vollkommen ausgewogen und absolut nicht destruktiv, auch wenn es uns destruktiv erscheint, wenn ein Wolf ein süßes kleines Rehkitz reißt. Aber das ist unsere Sichtweise, die weit entfernt von der Wirklichkeit ist.

So ist es in vielen Dingen, dass unsere Sichtweisen nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Was wir für wirklich halten, ist es ganz oft nicht. Manchmal denke ich, dass wir auf der technischen Ebene sehr konstruktiv sind, auf der zwischenmenschlichen Ebene und in unseren Beziehungen zur natürlichen Umwelt hochgradig destruktiv sind.

Wenn ich mich in einem Zustand des Flow befinde, ist das Dilemma, das ich sonst im Leben wahrnehme, nicht ‚anwesend‘. Es löst sich nicht auf, sondern es entsteht gar nicht erst. Doch im ‚normalen‘ Leben bin ich, anders als in einem Zustand des Flow, nicht unabhängig – könnte man denken. Aber ist es wirklich so? Kann ich mich nicht auch im ganz alltäglichen Leben so verhalte, wie ich mich eben in einem Flow verhalte?

Das Leben zu einem Flow zu machen – das würde bedeuten, grundsätzlich im ernsthaften Dialog miteinander zu kommunizieren. Kein Smalltalk mehr, keine Konvention. Das wäre doch ein Anfang. Ich brauche mich nur darauf einzulassen und damit zu beginnen.

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