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Aufbruch in ein anderes Leben

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Was (mir) bleibt

Wenn Geist als Materie und umgekehrt Materie als Geist erscheint, wie Max Planck die Substanz der Welt einmal beschrieben hat, was bedeutet das eigentlich für mich? Huang-Po, ein Zen-Meister würde sagen, dass erstens Buddha der Geist ist und ich zweitens das begriffliche Denken sein lassen sollte, wenn ich mich auf den Weg machen möchte, um das zu verstehen.

Die Person des Buddha hat er damit wohl nicht gemeint, sondern die Idee, für die im Buddhismus der Name Buddha steht. Ich denke mal, dass es mit der Person Jesu nicht viel anders ist. Nur wir Menschen haben ja meist ziemliche Schwierigkeiten mit der Aufforderung, uns kein Bild zu machen. Dabei ist genau das die Voraussetzung, um Geist und das Absolute überhaupt erfahren zu können. Wie gesagt, zu erfahren, nicht verstehen zu können.

Verstehen ist leicht. Etwa, dass Raum und Zeit keine fixen Größen sind. Doch das zu erkennen ist verdammt schwer. Deswegen sollte man aber keinesfalls auf den Verstand verzichten, denn ohne ihn käme man nicht darauf, dass es so ist. Und Emotionen machen das Leben bunt und lebenswert, aber sie sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie zeigen mir nicht die Welt, nur meine Empfindungen. Andererseits zeigen mir meine Emotionen stets an, in welchem Zustand sich meine innere Welt befindet. Sie sind ein unverzichtbarer Kompass.

Etwas ganz ernsthaft zu erfahren und nicht nur darüber zu reden setzt einiges an geistiger Bereitschaft voraus. Zuallererst muss ich bereit sein, mich vollkommen fallen zu lassen, solange, bis da kein „Ich“ mehr für mich selbst existiert. Für andere bleibe ich weiterhin als eine Person Sicht- und erfahrbar. Das, also uns zu vergessen, das tun wir übrigens permanent bei den Dingen, die wir wirklich können. Hinterher tun wir zwar so, als hätten wir es bewusst getan. Haben wir aber nicht. Da hat uns dann wieder die Illusion eines aus sich selbst heraus existierenden Ich eingefangen.

Alles, was ich bewusst denke, ereignet sich allein in meiner gedachten Welt. Nur wenn ich mich selbst vergesse, kann ich der sein, der ich bin.

Ich muss lernen, in der einen wie in der anderen Welt gleichermaßen zu Hause zu sein. Ich kann weder die eine noch die andere Welt verleugnen, beide existieren gleichermaßen, sie sind ineinander verwoben. Und sie werden auch nie aufhören zu existieren. Doch ich kann mir dessen bewusst sein, vor allem, dass, wenn ich bewusst denke, immer nur in „meiner“ Welt bin, aber auch, wenn ich nicht im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten bin.

Es ist nicht leicht zu verstehen, dass ich nur noch in meiner Welt bin, wenn ich mich doch denkend auf das einlasse beziehungsweise mich damit auseinandersetze, was mir begegnet. Ich weiß mich oft durch meine eigenen Gedanken wie gefangen in einer vermeintlich äußeren Welt mit all ihren Informationen, die mein Gehirn ködern und verführen, in ihre Richtung zu denken, mich mit ihnen zu beschäftigen.

Doch das zu denken ist ein großer Trugschluss, denn genau das ist nur meine eigene, gedachte und letztlich illusionäre Welt. Und genau damit beantwortet sich auch die Frage, was ich in dieser vermeintlich lauten und regelrecht verrückten Welt zurück zu mir selbst finden. Nämlich gar nicht, denn das ist meine eigene Welt. Ich brauche mich nur von meinen eigenen Gedanken und Ansichten zu distanzieren und sie wie etwas Fremdes betrachten und klären.

Die mir so wirklich erscheinende Welt meiner Erfahrungen, Gedanken und Emotionen ist nicht die reale Welt. Die wirkliche Welt ist die Welt, die ich ganz ohne Eigenes zu sehen vermag.