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Ergründen, was ist

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Das Ignorierte und die Konsequenz

Viele Menschen, sehr viele sogar, leben ein Leben fehlender Offenheit, ein konventionelles Leben des Scheins und des Tuns 'als ob'.

„Sie tun so, als seien sie eine Gemeinschaft, als gäbe es unter ihnen nur oberflächliche, individuelle Differenzen und kein Grund für Konflikte. Zur Aufrechterhaltung dieser Vortäuschung bedienen sie sich vor allem einer Anzahl unausgesprochener allgemein gültiger Verhaltensregeln, Manieren genannt; und wenn Meinungsverschiedenheiten oder andere unangenehmen Dinge auftauchen, dann sollten wir sofort das Thema wechseln.

Jede gute Gastgeberin kennt diese Regeln. Sie mögen den reibungslosen Ablauf einer Dinnerparty ermöglichen, aber mehr auch nicht. Die Kommunikation in der Pseudogemeinschaft läuft über Verallgemeinerungen ab. Sie ist höflich, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv.“ Das stammt leider nicht von mir, sondern von Scott Peck.

Das ist der Preis, den wir für das Ignorieren zahlen, ja zahlen müssen. Wären wir nämlich wirklich ehrlich miteinander, würden uns die anderen zwangsläufig immer wieder mit unseren Schattenseiten konfrontieren. Wir kämen uns selbst einfach nicht mehr aus. Es gibt zwar viele psychologische Wege, um das Verdrängte aufzulösen, doch mit der Psychologie habe ich meine Schwierigkeiten, solange nämlich, solange ihr Ziel es ist (oder sein muss), die Menschen wieder an eine falsche Gesellschaft anzupassen.

Nicht zu Unrecht sagte Jiddu Krishnamurti, dass es kein Zeichen geistiger Gesundheit sei, an eine zutiefst kranke Gesellschaft angepasst zu sein. Hart, aber ehrlich. Ich finde es faszinierend, das David Bohm, ein Quantenphysiker der ersten Stunde und Jiddu Krishnamurti, einer der großen geistigen Denker und Philosophen, einen gemeinsamen Weg beschrieben haben, der uns aus der Konvention löst und dem Verdrängen ein Ende bereitet:

Den Dialog. Doch damit sind nicht die häufig anzutreffenden Diskussionen oder Dispute gemeint, die gerne als Dialog bezeichnet werden. Nein, hier ist der ehrliche, offene Dialog gemeint. Denn nur dieser Dialog kann weiter helfen, denn er legt das Verdeckte und Ignorierte kompromisslos offen.

Meine Erfahrung mit dieser Offenheit ist, dass sie, sofern man sich wirklich auf sie einlässt, sie uns eine ganz andere Beziehungsqualität eröffnet. Es ist ein Schritt, der uns vielleicht Überwindung kostet, doch es ist ein Schritt, der sehr, sehr vieles einfacher macht. Und vor allem verhilft er uns, wesentlicher und wahrhaftiger zu sein.

Genau das macht der Dialog möglich.