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Die Haltung im Leben

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Des Rätsels Lösung

Was ich sehen, wahrnehmen und erleben kann existiert „so“ überhaupt nicht. Doch was bedeutet das? Tatsächlich beschreibt die Quantenmechanik die Wirklichkeit, wie sie ganz grundlegend organisiert ist, was sich aber der Vorstellungskraft vollkommen entzieht, wohingegen die klassische Physik wie auch meine Gefühle und Empfindungen die Wirklichkeit so beschreiben, wie ich sie wahrnehme und erlebe.

Beide Wirklichkeiten sind tatsächlich Eins. Schwer vorstellbar, doch wenn man sich einmal fragt, wie Pflanzen oder Tiere miteinander kommunizieren, dann wird das mit der nicht erfahrbaren Wirklichkeit der Quantenmechanik verständlich und logisch. Doch das lässt sich auf der Ebene der Wirklichkeit, so wie wir sie üblicherweise verstehen, nur sehr schwer erklären und erläutern. Eigentlich überhaupt nicht. Aber was ist eigentlich Instinkt? Oder Intuition? Und warum können Vögel fliegen, sobald sie das Nest verlassen, es ihnen aber niemand vorher beigebracht hat?

Das alles wird erklärbar, wenn ich die Wirklichkeit, die die Quantenmechanik beschreibt, mit der üblichen Vorstellung von Wirklichkeit in Verbindung bringe. Beide Wirklichkeiten sind gleichermaßen wirklich. Und nicht mal die eine und mal die andere, sondern gleichzeitig. Problematisch wird es erst dann, wenn ich eine davon negiere. Dann bleibt mir nur entweder der Mystizismus oder die Leugnung alles nicht unmittelbar Erklärbaren als irrelevant, um die Wirklichkeit erklären zu können.

Doch sehe ich das differenzierter, dann wird mit einem Mal vieles logisch und erklärbar. Entscheidend ist daher, wo man sich selbst verortet, wo man sich positioniert. In beiden Welten oder nur in einer von ihnen? Eine müßige Frage, denn es ist keine Entscheidung, die ich treffen könnte, denn ich bin beide Welten! In mir selbst sind ja beide Welten lebendig. Wir differenzieren ja gerne zwischen „innen“ und „außen“. Doch das ist ein Fahler, denn das Außen erlebe ja auch nur ich selbst. Aber das ist eine andere Geschichte.

Entscheidend ist, dass man sich aus der Vorstellung löst, dass das, was man denkt, dass man es wäre, auch definitiv so ist. Es ist es oft nicht bewusst, doch von irgendetwas muss ich ja überzeugt sein, sonst würde ich ja völlig am Rad drehen. Nur, ist das auch die richtige Vorstellung? Verbindlich sagen kann uns das niemand. Aber wir sollten uns damit beschäftigen, denn wenn wir uns einmal bewusst machen, welche Eleganz, Totalität und Selbstverständlichkeit meist nicht dominizierte Tiere haben, wie sie ihr Leben genießen, dann versteht man den Zen-Witz, den ein Zen-Mensch erzählt haben soll. Ein Meister berichtete, dass er schon viele Zen-Meister getroffen habe. Und alles seien Katzen gewesen.

Vor allem freilebende Tiere haben ganz offensichtlich das internale Bewusstsein für die Prinzipien des Lebens, ein Bewusstsein, das wir Menschen vielfach verloren haben. Wir müssen uns das durch Wissen und die entsprechende Lebenspraxis erst wieder aneignen, um sein zu können, was wir sind. Und darum beschäftige ich mich mit Prinzipien und Lebenskonzepten und suche sie zu praktizieren, wie etwa ichi-go ichi-e (一期一会, Wörtlich „eine Zeit, ein Treffen“). Damit wird ausgedrückt, dass es nur diesen Augenblick gibt, der nie wiederkommt. Ist er durch Belanglosigkeit geprägt, ist er vertan. Die Hunde, die mich in meinem Leben begleitet haben, lebten nie so. Sie haben keinen Moment vertan. Ich muss es lernen.

Jeder Moment hinterlässt Spuren in mir. Doch wenn ich vom Tod her lebe, ist mir die Unwiederbringlichkeit eines jeden Momentes bewusst. Also keine Nachlässigkeit, in keinem Moment. Dieses Prinzip bewahrt mich auch davor, mich von der Banalität verführen zu lassen. In der Banalität prüfe ich meine Gedanken nicht aufmerksam und nicht konsequent genug. Und weil auch mein Denken fraktal aufgebaut ist, ist auch der scheinbar unbedeutendste Gedanke, wirklich jeder, von großer Bedeutung.

Wir Menschen fühlen uns in vielen Dingen Tieren überlegen und sind es vielfach auch. Doch in einem sind uns vor allem freilegende Tiere definitiv überlegen, denn sie leben noch in der Einheit des Seins. Der Mensch aber ist, warum auch immer, aus dieser Einheit regelrecht herausgefallen.

Es ist unser Wissen, das uns im Weg steht. Es ist Glück und Fluch gleichermaßen. Doch wie behalten wir das Glück und überwinden wir den Fluch? Das ist die Frage, die ich mir schon seit langer Zeit stelle. Meine Überzeugung ist, dass der Weg des metaphysischen Realismus der richtige Weg ist.

Doch man darf dabei keiner Theorie eins zu eins folgen, man muss seinen eigenen Weg finden, was jedoch nicht bedeutet, dass man das Rad neu erfinden müsste. Man kann auf Untersuchungen, Schlussfolgerungen und Ansichten aufbauen, natürlich immer unter der Voraussetzung, nichts zu glauben, sondern alles zu verifizieren. Und im Anschluss das eigene Verhalten immer wieder und wieder zu verifizieren.

Das Bild ist für mich eine stete Erinnerung daran, in jedem Augenblick in Totalität, Stabilität, Gewahrsein und Bewusstheit zu leben.