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Gelebter Mythos

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So will ich leben!

Ich lebe, wie ich denke, denn so organisiere ich mich auch. In erster Linie also so, wie ich denke. Doch etwas intellektuell erkannt zu haben allein lässt mich noch nicht anders denken.

Anders zu denken heißt, mich auch anders zu organisieren – gerade auch im Außen! Denn da ist es für mich leicht sicht- und erkennbar, wie ich mich tatsächlich organisiere, ganz im Gegensatz zu meinen Empfindungen und meinem Denken. Ich weiß zwar, was ich empfinde, doch nicht wie ich mich organisiert habe, dass ich gerade so empfinde, wie ich eben empfinde. Und mein Zimmer kann ich leicht in Ordnung halten, bei den Gedanken ist das so eine Sache. Also mache ich meine Wohnung, meine Kleidung, meinen PC und so weiter und so fort zu dem Werkzeug, mit dem ich letztlich mich selbst gestalte.

Fragen, Nachdenken oder Diskussionen gründen sich auf sprachliche Begriffe, auf Verstehen und logische Argumentation. Allem Wissen, dass auf solche Weise erworben wird, fehlt aber die Unmittelbarkeit des Erlebens, und ohne dieses Erleben wird nicht das ganze Sein angesprochen, ohne dies wird es nicht zur eigenen Erfahrung. Erleben und erfahren aber kann ich mich jedoch nur da, wo sich Innen und Außen begegnen.

Die Wirklichkeit können wir also erst durch direkte Erfahrung selbst erfassen. Indem ich mir bewusst mache, dass ich mich durch die Welt um mich herum unmittelbar selbst gestalten kann, kann ich „meine“ Welt ganz bewusst so gestalten, dass sie mich dorthin bringt, wo ich hin will.

Ich schaffe in meinem Leben bewusst die Voraussetzung dafür, um im Einklang mit dem Kosmos und allem leben zu können, was mir begegnet. Nur durch Sammlung und Konzentration ist es mir möglich, geistige Klarheit zu bewahren, frei von Ablenkung und Selbstbezogenheit. Das brauche ich, um die Philosophie der Leerheit verstehen zu können und um danach zu leben.

Wie heißt es doch?

Man soll weder sagen ‚leer‘,
noch ‚nicht-leer‘,
auch nicht ‚beides zugleich‘
und auch nicht ‚keines von beiden‘,
(noch ‚etwas ganz anderes‘).

Zum Zwecke der Verständigung aber
mag man so sprechen.

tetralemma

Genau so will ich leben! Nichts als eine Bewegung im Geist.