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Grenzen überwinden

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Sein, was ich bin

Viele Menschen bekommen ja regelrecht Schnappatmung, wenn sie in ihrem Leben etwas ändern sollen. Doch da kann ich Sie beruhigen, um zu sein, was wir sind, müssen wir im Grunde genommen überhaupt nichts ändern. Alles bleibt wie es ist, nichts verschwindet, nichts kommt hinzu. Wie sagte doch Huang Po? Dass es nichts zu erreichen gibt sind keine leeren Worte, sondern die allerhöchste Wahrheit. Vielleicht sollte man den Alten wirklich mehr Aufmerksamkeit schenken, vor allem dann, wenn sich das auch noch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen deckt.

Aber dennoch wird sich alles grundsätzlich ändern, einfach, weil wir die Illusion erkennen, in der wir, jedenfalls die meisten von uns, bisher gelebt haben. Und das bedeutet dann, dass wir all das einfach sein lassen, was nicht stimmig ist. Wir haben die Welt und damit uns selbst für etwas gehalten, was wir aber tatsächlich nicht sind. Niels Bohr, einer der begnadeten Väter der Quantenphysik, ist mitverantwortlich dafür, dass den meisten Menschen, wenn sie denn bereit sind hinzuhören, das Ideal eines rationalen Weltbildes abhandengekommen ist.

Sein Satz „Es ist falsch zu glauben, die Aufgabe der Physik könnte es sein, etwas über die Natur herauszufinden. Physik befasst sich damit, was wir über die Natur sagen können.“ sagt nur aus, dass da, wo wir bisher Fakten suchten, nur Prozesse zu finden sind.

Doch was bedeutete diese Illusion? Sah ich mich wie andere bisher als etwas Statisches, dann sehe ich mich jetzt und die anderen korrekt als Prozesse – was wir übrigens schon immer waren. Was hat sich also geändert? Nichts! Nur unsere Sichtweise ist eine andere geworden. Aber das ändert sehr, sehr viel. Denn wenn ich ein Prozess und nichts Statisches bin, ist es leicht, etwas zu ändern, ich brauche mich einfach nur anders zu organisieren.

Mit einem Mal können wir hinter die Fassade schauen, wir sehen nicht mehr nur die Oberfläche, sondern auch das, was dahinter wirkt. Und in dem Moment, in dem ich weiß, wie ich wirklich bin, weiß ich, wie ich mich selbst wesentlich kreativer und stimmiger organisieren kann. Das ist die Eintrittskarte in das wirkliche Leben.