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Grenzen überwinden

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Es beginnt beim Einzelnen

Ödön von Horváth hat mit dem Satz „Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu!“ in mir die Suche nach mir selbst ausgelöst. Bis ich erkannte, dass ich nur das bin, was ich eben bin.

Doch um zu sein, was mir über das hinaus, was ich aktuell bin, möglich sein könnte, dazu benötige ich ein grundlegendes und sehr grundsätzliches Verständnis der Wirklichkeit, ein Verständnis, das sich nicht in der Technik erschöpft, sondern auch mich als Menschen erfasst.

Es beginnt mit der Erkenntnis, dass das, was ich sehe und erlebe, „so“ nicht existiert. Die Quantenmechanik beschreibt die Wirklichkeit, wie sie grundlegend organisiert ist und sowohl die klassische Physik wie auch meine Gefühle und Empfindungen beschreiben die Wirklichkeit so, wie ich sie erleben kann. Beide Wirklichkeiten sind jedoch nicht getrennt, sie sind Eins.

Das alles wird verständlich, wenn ich die Wirklichkeit der Quantenmechanik mit der Welt, so wie ich sie erlebe, in Verbindung bringe. Beide Wirklichkeiten widersprechen sich nur scheinbar. Problematisch wird es dann, wenn ich eine davon negiere.

In voller Totalität der sein, der ich bin, das verlangt von mir, mich aus konventionellem Verhalten und jeglicher Oberflächlichkeit oder Banalität zu verabschieden. Doch das setzt innere Stabilität voraus. Nur dann kann ich in jedem Augenblick achtsam und dessen gewahr sein, was gerade in mir vorgeht. So, wie sich ein Orchestermusiker auf die anderen Musiker ein- und mit ihnen abstimmen muss, muss ich mein Denken auf die Wirklichkeit ein- und damit abstimmen. Doch dazu muss ich wissen, was ich wissen kann.

Erich Fromm hat dies sehr prägnant formuliert: Was wir aber am meisten verdrängen, das ist die Wahrheit, weil die für unsere ganze Lebensweise das Gefährlichste ist. Die Wahrheit nicht zu verdrängen, das ist die Voraussetzung, um zu sein, was ich bin.