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Halb voll oder halb leer?

Emotionale Interpretationen sind oft die entscheidenden Fakten und nicht die tatsächliche Situation, die als ‚Fakt‘ angenommen wird.

Halb voll oder halb leer – eine in bestimmten Kreisen recht beliebte Unterscheidung, die aber selten verstanden wird, jedenfalls ist das mein Eindruck. Das ist oft ungefähr so, als würde jemand immer wieder sagen ‚alles gut, alles gut‘ obwohl nichts gut ist – sondern eine wirkliche Lösung angesagt wäre.

Die Feststellung ‚denke positiv‘ bringt tatsächlich überhaupt nichts, oft werden negative Aspekte nur ignoriert. Halb voll oder halb leer – diese Differenzierung bringt nichts, außer etwas esoterischen Smalltalk und Wichtigtuerei.

Doch etwas anderes macht einen Unterschied- und zwar einen gewaltigen. Denke ich nämlich in einer solchen Situation, dass es jetzt zu Ende geht, dann schaffe ich emotionale Fakten. Denke ich hingegen darüber nach, wie es jetzt weitergeht, dann schaffe ich eine ganz andere emotionale Situation und Gestimmtheit.

Ich darf nicht vergessen, dass selten die äußeren Umstände für mich relevante Fakten schaffen, sondern erst meine emotionale Interpretation macht das. Das schafft relevante Fakten! Und wir wissen ja, jedenfalls hoffe ich das, dass wir in einem Feld des Möglichen leben, das durch Fakten in eine bestimmte Richtung gelenkt wird.

Kreative Selbststeuerung und Selbstorganisation sind nur in einem offenen System möglich, in einem geschlossenen System definitiv nicht. Deshalb sollte man sehr aufmerksam beobachten, wie man denkt. Mache ich emotional zu oder öffne ich mich? Das ist die entscheidende Frage und nicht, ob das Glas halb voll oder eben halb leer ist.

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