Gesellschaftliche Fragen

Im Moment scheint einiges in der Gesellschaft in Unordnung geraten zu sein. Doch was ist der Grund? Und was könnte die Lösung sein? Ich denke, man muss respektieren, dass aktuell einige, wenn nicht sogar viele Menschen, umgangssprachlich ausgedrückt, ‚am Rad drehen‘. Warum ich das denke?

Vordergründig geht es darum, dass wir eine Viruspandemie haben, einen Virus, denn wir gerade erst einzuschätzen lernen. Dazu kommen Politiker, die vieles gelernt haben, nur leider nicht, wie mit einer Pandemie umzugehen ist. Sie sind daher abhängig von Experten und leider auch anfällig für kritische Einwände, denn sie wissen nicht wirklich, was zu tun wäre (egal ob das richtig oder falsch ist), es ist einfach nicht ihr Metier.

Das ist etwa so, als ob man von mir als Juristen eine Entscheidung über Maßnahmen gegen das Waldsterben erwarten würde. Mehr als eine oberflächliche Meinung ist da nicht drin. So etwa stelle ich mir vor, wie es auch den Politikern geht. Nur die müssen entscheiden, ob sie wollen oder nicht. Und zuzugeben, dass man keine Ahnung hat, das hat bei uns keine Kultur.

Aber das ist noch nicht alles. Da ist weiter der Klimawandel. Und die Lösung dieses Problems wird mit den globalen wirtschaftlichen Interessen auf das Heftigste kollidieren. Wenn das alles wäre, wäre das noch erträglich, ist doch die Welt voller Konflikte und kriegerischer Auseinandersetzungen.

Doch all das ist nicht der eigentliche Grund. Seit über einhundert Jahren wissen wir, dass unser Weltbild nicht nur schräg ist, sondern in wesentlichen Aspekten eine Überarbeitung braucht. Mit anderen Worten, all die Philosophien, die darauf basieren – und damit auch das gesellschaftliche wie das wirtschaftliche System muss – um es freundlich auszudrücken – müssen ordentlich überarbeitet werden.

Das spüren die Menschen, denn so langsam dringt es in die Köpfe, dass die moderne Physik die Welt ganz anders versteht und sieht als die klassische Physik. Und das spüren die Menschen. Sie beginnen zu registrieren, dass sie vieles nicht mehr unter Kontrolle haben. Eigentlich haben sie nichts wirklich unter Kontrolle.

Das verunsichert die Menschen, denn damit geht ihnen die gewohnte Ordnung verloren, die ihnen bisher Sicherheit gab, woran sie sich orientieren konnten. Dass das nur eine vermeintliche Sicherheit war macht es nicht besser. Vor jedem evolutionären Entwicklungssprung geht erst einmal der Glaube an die bisherige Ordnung in die Brüche, was zu Irritationen und Brüchen führt, bis man endlich klarer zu sehen beginnt und das erstrebenswerte Neue deutlicher, greifbarer wird – und man endlich ein Ziel vor Augen hat.

Wenn man beispielsweise die Managementliteratur aufmerksam liest, dann merkt man, dass das schon längst in vielen Führungsetagen angekommen ist. Nur offen darüber zu reden, daran hapert es noch. Doch das wäre unbedingt notwendig, offen und ehrlich mit den Menschen über die Herausforderungen zu reden, die uns bevorstehen.

Wirklich zu reden, alles andere wird nicht funktionieren. Das ist die einzige Lösung, die meines Erachtens nach hilft. Bis dahin hilft nur Ruhe bewahren.